2018
Reiseseiten von Leo und Rita

Oktober 2018


01.10.2018, Edith Falls, Northern Territory, Australien
Heute gings nun endlich richtig los in Australien. Unser erstes Ziel war ein Teil des Nitmiluk Nationalparks, die Edith Falls. Es ist einfach erstaunlich, dass mitten im trockenen Outback plötzlich ein Fluss mit Wasserfällen und kleinen Seen (Pools) vorhanden ist. Dazu muss man aber den Stuart Highway, der 2.700 km von Darwin nach Südaustralien führt, verlassen, und 20 km in den Nitmiluk NP fahren.
Die Temperaturen hier, abseits der Küste, sind nahezu 40 Grad und deshalb badeten wir erstmal im kühlen Wasser. Anschließend gingen wir den Leliyn Loop Walk (Rundweg), der über den Upper Pool führte.
Es war schon gegen Sonnenuntergang, als wir wieder fast zurück am Stuart Highway, auf den Kame's Campground fuhren. Einen der vielen Busch-Übernachtungsplätze, die außer Natur, nichts haben.
Während der kleinen Wanderung haben wir ausgiebig den "Aussie salute" (Australischer Gruss - mit der Hand vor dem Gesicht wedeln) geübt, um die Buschfliegen zu verjagen, natürlich vergebens. Aber diese Viecher kriechen in Mund, Nase, Ohren und sonstwo hin und sind mehr als lästig. Immerhin stechen sie nicht.


km 284 (46.672) , S 14.18326°, O 132.03904°



02.10.2018, Katherine Gorge, Northern Territory, Australien
70 km weiter südlich auf dem Stuart Highway liegt Katherine und weitere 29 km ostwärts am Ende einer Stichstraße die gleichnamige Gorge (Schlucht). Eigentlich ein Schluchtensystem (13 Schluchten), das vom Katherine River durchflossen wird.
Um die Schlucht zu besichtigen, bot sich ein Bootstrip an, der um 14:00 Uhr startete. Wie es sich heraussstellte, war eine Wanderung darin inbegriffen, weil die einzelnen Abschnitte der Schlucht durch Katarakte getrennt sind, die nur zu Fuß zu bewältigen waren. Also gingen wir die 500 m von der "ersten" Schlucht zur "zweiten" Schlucht zu Fuß. Dort warteten bereits die Boote für den zweiten Abschnitt, der aber auch der schönere war.
Angesichts der enormen Hitze verzichteten wir auf einen Bushwalk und zogen uns in den Schatten des North Bank Parks (20 $ ohne Strom) in Katherine zurück.


km 97 (46.770) , S 14.47249°, O 132.25191°



03.10.2018, Daly Waters, Northern Territory, Australien
Heute morgen in Katherine haben wir uns noch ausgiebig versorgt, weil wir die nächsten Tage ins Outback fahren wollen. Erfahrungsgemäß steigen ja die Preise, je kleiner und abgelegener der Ort ist.
Nun mussten wir feststellen, dass der Liquorshop in Katherine erst um 14:00 Uhr aufmacht. Die Zeit haben wir genutzt, um unsere Achsentlüftungen zu verlängern. Den passenden Schlauch gab es im Baumarkt in Katherine. Flußdurchfahrten bis 70 cm sollten jetzt möglich sein.
Dann, nachdem wir im Liquorshop waren, ging es weiter Richtung Süden bis Daly Waters, einem kleinen Flecken am Stuart Highway, der aber eine Attraktion hat: den Daly Waters Historical Pub. Man kann direkt daneben parken (20 $) und der Pub ist wirklich sehenswert. Livemusik im Biergarten bei 28 Grad, was will man mehr. Der servierte gegrillte Baramundi (der australische Fisch) ist, glaubt man den Kommentaren im Internet, Weltklasse. Wir können zumindestens sagen, er war hervorragend.
Morgen werden wir ins Outback fahren. Inwieweit es dort (tägliches) Internet gibt, ist sehr ungewiss.


km 270 (47.040) , S 16.25415°, O 133.3700°



04.10.2018, Wearyan River, Savannah Way, Northern Territory, Australien
Am Morgen besuchte uns zuerst einmal Luca, der mit seiner Mutter im Auto nebenan übernachtet hatte. Mit seinen 15 Monaten war er schon recht forsch.
Kurz nach Daly Waters zweigte der Carpentaria Highway Richtung Osten ab. Den und in Folge den Savannah Way wollen wir als Alternativroute zum Flinders Highway nutzen was auch die kürzere Verbindung nach Cairns darstellt. Meist war der Carpentaria Highway nur einspurig geteert, aber bei dem wenigen Verkehr machten die paar mal ausweichen auf den Schotter nichts aus.
Nach 270 km kam Borroloola und wir fuhren auf den Savannah Way auf, der meist ungeteert ist. Wir hatten vorher noch getankt in Cape Crowford, weil die nächste Tankstelle (Hell's Gate) kommte erst in 350 km. Man konnte auf dem ungeteerten Savannah Way 70 bis 80 km/h fahren und wenn Wellblechpiste war, musste man das sogar.
Just vor der ersten Flußdurchfahrt am Wearyan River war ein schönes Übernachtungsplätzchen im einsamen Outback. Die Nacht unter den Sternen, ohne irgendein Fremdlicht, war phantastisch.


km 424 (47.464) , S 16.16663°, O 136.75704°



05.10.2018, Tableland Highway, Brunette Creek Bridge, Northern Territory, Australien
Mit der frühmorgentlichen Flussdurchfahrt wurde es heute nichts. Und das kam so:
Als wir losfuhren haben wir gleich den Allradantrieb eingeschaltet (wegen des Flußes). Das wird normalerweise durch eine Kontrollleuchte im Amaturenbrett quittiert. Nur, die Lampe leuchtete nicht. Da die Ursache vor Ort nicht zuklären war, nahmen wir vom Savannah Way Abschied, denn ohne funktionierenden Allradantrieb wollten wir die heutige 300 km Etappe bis Hell's Gate nicht riskieren.
Statt des Savannah Ways müssen wir nun die lange Route "untenherum" nach Cairns fahren. Aber zuerst hieß es wieder 160 km zurück bis Cape Crowford, wo der Tableland Highway Richtung Süden abzweigt. Der führt dann nach 400 km auf den Barkley Highway und dann in Folge auf den Flinders Highway, die beide nach Osten führen. Aber nach fast 400 km eintöniger Landschaft hatten wir heute genug und parkten am Tableland Highway an der Seite. Kein Problem mit dem Verkehr, tagsüber kommt so alle Stunde mal ein Auto und wir stehen so 100 m abseits der Straße.
Wir sind nach wie vor im Outback. Die nächste Ansiedlung, Barkley Homestead am Barkley Highway, besteht nur aus Tankstelle und Motel und ist 130 km entfernt.


km 393 (47.857) , S 18.65275°, O 136.03795°



06.10.2018, Barkley Highway, Inca Creek Rest Area, Queensland, Australien
Keine besonderen Vorkommnisse, könnte man den heutigen Fahrtag umschreiben. Aber immerhin haben wir die Grenze nach Queensland passiert und mussten die Zeit eine halbe Stunde vorstellen. Wir haben jetzt 8 Std. Differenz zu Deutschland. Nach Queensland dürfen keine Früchte mitgenommen, aber gottseidank waren die Mangos, die Charlie uns geschenkt hatte (vgl. 30.09.), schon seit ein paar Tagen verzehrreif und wir haben die letzten heute morgen genossen.
Der Barkley Highway war Klassen besser als der Tableland Highway und so sind wir heute ein gutes Stück weiter nach Osten gekommen.
Keine Vorkommnisse? Ein junger PKW-Fahrer, der uns überholte, schwenkte heftig eine FC Bayern Fahne.


km 435 (A 3.076, G 48.292) , S 20.065910°, O 138.75976°



07.10.2018, Barkley Highway, Fountain Spring Rest Area, Queensland, Australien
Heute liesen wir es gemächlicher angehen. Mit der Minenstadt Mount Isa gab es ja auch was zu besichtigen.
Mehrere Untertageminen fördern Kupfer-, Zink- und Bleierze und nebenbei wird auch noch Gold und Silber gewonnen. Die Kupferminen mit 1.900 m Tiefe sind die tiefsten Australiens. 430.000 Tonnen Kupfer, 300.000 Tonnen Zink und 130.000 Tonnen Blei werden jährlich produziert und mit der Eisenbahn nach Townsville am Pazifik transportiert. Bekannt ist Mount Isa in Australien auch für das jährliche Rodeo im August.
Wir sind auf den Lookout in der Stadtmitte geklettert und haben uns das Panorama angesehen. Im schönen Visitor Center gab es auch Duschen, die wir zur Schonung unserer Wasservorräte gern benutzt haben. Seit Tagen stehen wir ja auf einsamen Busch-Übernachtungsplätzen, die höchstens eine Mülltonne als Ausstattung haben. So auch heute an der Fountain Spring Rest Area, 60 km nach Mount Isa.

km 171 (A 3.247, G 48.463) , S 20.800100°, O 139.99655°



08.10.2018, Flinders Highway, Marathon Rest Area, Queensland, Australien
Auf unserer Route gegen Osten, nun auf dem Flinders Highway, passierten wir auch Richmond. Hier wurden die Überreste des Kronosauriers gefunden. Einem riesigen Meeresbewohner der Unterkreidezeit (vor 100 Mio. Jahren).
Eintönige, schier endlose Strecken, prägen das westliche Queensland.
Wegen unseres Allradproblems haben wir heute mit Deutschland telefoniert. Aber eine Ferndiagnose ist schwierig und so werden wir auf kürzester Strecke nach Townsville an der Ostküste fahren, wo es entsprechenden Service gibt.

km 378 (A 3.625, G 48.841) , S 20.859000°, O 143.56892°



09.10.2018, Flinders Highway, Reid River Rest Area, Queensland, Australien
Nach ungefähr der halben Strecke erreichten wir die Great Dividing Range, eine Hügelkette, die sich im Hinterland der Küste fast durch ganz Queensland von Nord nach Süd erstreckt. Ab da wurde die Landschaft etwas schöner, die Ansiedelungen und auch der Verkehr nahmen zu.
Die Rest Areas entlang der Hauptverkehrsadern sind eine feine Sache. Standen wir im Norden meist allein, so finden sich hier doch ein paar andere Übernachtungsgäste ein.
Morgen probieren wir unser Glück beim FUSO Service in Townsville.

km 370 (A 3.995, G 49.211) , S 19.75669°, O 146.83398°



10.10.2018, Town & Country Caravan Park, Townsville, Queensland, Australien
Beim FUSO Service, wegen unseres Allradproblems, wurden wir immerhin sofort bedient. Nach drei Stunden Check meinten sie das Problem gefunden zu haben. Allerdings muss ein Ersatzteil, ein Magnetventil, erst bestellt werden und soll morgen eintreffen. Wir würden dann telefonisch benachrichtigt.
Wir sind dann in Townsville auf einen Campground gefahren, der gleich an einer Einkaufs-Mall liegt. Aber erst waren wir mal froh, ein bisschen ausspannen zu können. Immerhin sind wir die letzten 9 Tage 4.000 km durchs Outback gefahren. Wäsche waschen war auch mal wieder fällig und draußen sitzen ohne lästige Buschfliegen ist auch schön.

km 60 (A 4.055, G 49.271) , S 19.26843°, O 146.79346°



11.10.2018, Town & Country Caravan Park, Townsville, Queensland, Australien
Während wir auf den Anruf der Werkstatt warteten, haben wir erst mal unser Fahrzeug vom roten Staub des Outbacks gereinigt.
Dann am Nachmittag erfuhren wir, dass das Ersatzteil erst spät gekommen ist und wir vereinbarten deshalb einen Termin morgen früh.
Wir nutzten die Zeit für einen Spaziergang in der City. Es war wenig los in Townsville und einige der Geschäfte in der Hauptstraße standen leer. Aber es war ja am Nachmittag noch ziemlich heiß. Dagegen war es an der schönen, 6 km langen Strandpromenda, "The Strand" genannt, wegen der frischen Meeresbrise, ganz angenehm.



12.10.2018, Alligator Creek Campground, Bowling Green Bay Nationalpark, Queensland, Australien
Den Vormittag verbrachten wir beim FUSO Service, der letztlich den Allradschalter wieder reparieren konnte.
Nach einem Versorgungsstopp bei Woolworths sind wir dann direkt zum Alligator Creek Campground gefahren. Der wird vom Queensland Park and Wildlife Service betrieben und man kann ihn online buchen (13,10 AUD).
Die Badesachen, die wir zum Walk eingepackt hatten, weil schöne Granitpools am Alligator Creek seien, konnten wir vergessen - der Alligator Creek war nahezu ausgetrocknet. Aber beim Walk konnten wir Wildpferde sehen und auch die Buschhühner mit ihrer ausgefallenen Bruttechnik, waren interessant.
Nach dem relativ lauten Campingplatz in Townsville war wieder himmlische Ruhe im Busch, wir stehen ja so 6 km abseits des Bruce Highway, der ostaustralischen Küstenstraße. Auch die Hitze im Bereich der Küste ist etwas weniger wie auch die Mücken und Mosquitos. Und am späten Abend gab es auch noch ein ordentliches Gewitter.

km 67 (A 4.121, G 49.337) , S 19.43345°, O 146.94550°





13.10.2018, Wangaratta Caravan Park, Bowen, Queensland, Australien
Wir waren ja schon mal vor so 20 Jahren mit dem Wohnmobil an der Ostküste Australiens und haben die Highlights wie das Barrier Reef, Magnetic Island, Whitsundays, Frazer Island usw. schon gesehen. Diesmal wollten wir uns auf die Orte konzentrieren, die wir damals noch nicht besucht haben (was in den drei Wochen damals auch nicht möglich war). So sind wir heute nach Bowen gekommen.
Bowen ist bekannt für seinen Gemüseanbau und auch für seine Strände. Insbesondere die Horseshoe Bay ist eine sehr idyllische Bucht.
Aber von unserem Campground (an der Ostküste gibt es am Meer so gut wie keine kostenlosen Plätze) waren es noch gute 5 km, einen Teil am Strand entlang, der Rest durch sehr schön angelegte Spazierwege, bis zu Horseshoe Bay.
Wirklich schön und jetzt in der Nachsaison in Queensland so gut wie nichts los. Auch das bedeckte Wetter mit angenehmen 25 Grad trug vielleicht dazu bei, dass keine Badegäste waren. Oder die Quallen: einige Schilder besagen ab Oktober seien sie da, einige Schilder behaupten ab November. Wir wollten das nicht testen.


km 178 (A 4.399, G 49.515) , S 19.98056°, O 148.23157°



14.10.2018, Wangaratta Caravan Park, Bowen, Queensland, Australien
Heute sind wir zur "City" von Bowen spaziert. Wie meist in den kleineren australischen Städten sind dort ein paar Hotels (so heißen die Pubs dort) und ein paar kleinere Läden links und rechts einer riesig breiten Straße aufgereiht. Von einer Geschäftstraße im europäischen Sinn kann man da nicht reden. Wegen der Weitläufigkeit kann auch so gut wie gar nichts zu Fuß erledigt werden. Dafür gibt es Parkplätze in Hülle und Fülle.
Bei unserem Spaziergang zur City passierten wir "Mullers Lagoon", nach einem deutschen Einwanderer benannt. Es ist ein Park mit vielen Wasserflächen und ein ausgesprochenes Vogelparadies. 160 verschieden Vogelarten wurden gezählt.



15.10.2018, Wangaratta Caravan Park, Bowen, Queensland, Australien
Wir blieben noch einen Tag in Bowen. Nur so zum relaxen. Rita ging am Strand spazieren zum Muscheln sammeln und ich verbrachte den Nachmittag mit Lesen unterm schattigen Baum.



16.10.2018, Conway Beach Tourist Park, Conway, Queensland, Australien
Das angenehme Klima hat es uns angetan und so fuhren wir weiter nach Süden um ein schönes Plätzchen für einen längeren Aufenthalt zu suchen. Zuerst versuchten wir es in Airlie Beach, ein Hotspot und Ausgangspunkt für die Whitsunday Inseln. Aber dort gefielen uns die Campingplätze nicht und überhaupt war es zu hektisch dort.
30 km weiter südlich, am Conway Beach, fanden wir einen schönen Campground abseits aller Urbanität.
Wir haben gleich mal eine Woche gebucht und hoffen, es wird nicht zu einsam. Dazu müssen wir uns auch vom Schock erholen, den eine Nachricht aus Deutschland erzeugt hatte: Unsere eingelagerten Möbel wurden von ausgetretenem Leitungswasser beschädigt. In welchem Umfang ist noch nicht klar. Wir warten noch auf nähere Informationen.

km 162 (A 4.561, G 49.677) , S 20.47672°, O 148.73737°



17.10.2018, Conway Beach Tourist Park, Conway, Queensland, Australien
Am Nachmittag kam ein Gewitter auf und brachte etwas Abkühlung auf 25 Grad.
Am Vormittag hatten wir noch versucht, für Sydney am 31.12.2018 eine Unterkunft zu finden. Aber alle Campingplätze in der nahen und weiten Umgebung Sydneys waren schon lange ausgebucht.
Hotels, die vor oder nach Silvester 200 AUD (120 €) kosten, bieten die Silvesternacht um 800 - 1.000 AUD an.
Wäre sicher toll, in Sydney das neue Jahr zu begrüßen, das Feuerwerk über der Harbour Bridge ist ja legendär. Aber es soll halt nicht sein.








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