2018
Reiseseiten von Leo und Rita

Dezember 2018


01.12.2018, Kew, New South Wales, Australien
Heute sind wir nun weitergefahren. Der Campground war überfüllt, so dass wir nur mit Mühe herausfahren konnten.
In Port Macquarie gibt es ein Koala Hospital, das wir besuchten. Es landen dort Koalas, die bei Verkehrsunfällen verletzt, von Hunden angefallen wurden oder einfach nur krank sind. Die Koalas sollen wieder fit für die Freiheit gemacht werden. Ist das nicht möglich, also die Koalas wären in Freiheit nicht überlebensfähig, so bekommen sie ein Gnadenbrot. Viele werden eingeliefert, weil sie eine Chlamydien-Infektion (Bakterien) haben, die hauptsächlich Augen und Geschlechtsorgane betrifft. Dann irren sie halbblind umher und werden schließlich ins Hospital gebracht. Die Chlamydien-Stämme wurden mit Nutztieren von den Siedlern nach Australien gebracht, so dass die Koalas keine Abwehrstoffe dagegen haben.
Bei der Führung wurden sie gefüttert und waren deshalb relativ munter. Ansonsten sind sie ja so 18 Stunden am Tag am dösen, um Energie zu sparen. Die Eukalyptusblätter, die sie fressen, sind extrem unnahrhaft.
Auf dem Gelände befindet sich noch das Roto Haus. Es ist ein Freilichtmuseum und man kann die Lebensgewohnheiten der Siedler um die Jahrhundertwende (1900) dort kennenlernen.
In Port Macquarie befand sich kein geeigneter Campground, so fuhren wir nach Kew, das am Pacific Coast Way liegt und kostenlosen Stellplatz bietet.

km 116 (A 7.891, G 53.147) , S 31.63495°, O 152.72185°


02.12.2018, Diamond Head Campground, Crowdy Bay NP, New South Wales, Australien
Ab Sonntag werden auf den strandnahen Campgrounds der Nationalparks Plätze frei und wir haben schon vor Tagen auf dem Diomond Head Campground ein paar Tage gebucht. Dieser Campground ist nur Online buchbar und kostet wie üblich 24 AUD. Ansonsten verheißt ja der Name des Nationalparks, Crowdy Bay, nichts Gutes, heißt das doch bevölkerte Bucht.
Aber davon keine Spur, nachdem die Wochenend-Besucher am Sonntagnachmittag weg waren.
Ctrowdy Bay ist bekannt für seine Kängurus, die sich ohne Scheu auf dem Campground tummeln. Uns haben sie noch nicht besucht, aber bei anderen Campern haben sie alles inspiziert.
Der Strand ist, wie immer möchte man fast sagen, schön und ausgedehnt. Wir müssen die Zeit noch ausnutzen, wo wir an den Strand können, weil die Weihnachts-Ferienzeit immer näher rückt und wir befürchten, dann keinen Platz mehr an den strandnahen Campgrounds zu finden, oder eingeengt zu stehen.

km 17 (A 7.908, G 53.164) , S 31.71792°, O 152.79400°


03.12.2018, Diamond Head Campground, Crowdy Bay NP, New South Wales, Australien
Heute morgen war es übersichtlich am Campground und das wird sich erst am Freitag wieder ändern. Auch das Wetter war erste Sahne und wir fanden an den Felsen, die sich südlich von unserem Campground am Strand erstrecken, schöne Pools, die ein brandungsfreies Baden ermöglichen. Fast wie in einer Badewanne.


04.12.2018, Diamond Head Campground, Crowdy Bay NP, New South Wales, Australien
Klasse ist hier, dass man schöne Walks machen und anschließend, leicht verschwitzt, im Meer schwimmen kann. So sind wir heute auf den Diamond Head gegangen, der eine schöne Steilküste hat. Der Name kommt daher, weil das Gestein manchmal durch eingelagertes Quartz glitzert. Eine australische Schriftstellerin, Kylie Tennant, lebte in den 1940er Jahren hier, als es noch sehr einsam war. Ihre einfache Hütte kann man besichtigen.


05.12.2018, Diamond Head Campground, Crowdy Bay NP, New South Wales, Australien
Es gibt ja mehrere Campgrounds am Diamond Head und an einem von diesen, Kylie's Campground, sollen ständig Koalas präsent sein. Wir wanderten deshalb heute nochmal rüber (so 5 km hin und zurück) und schauten uns um.
Aber Koalas in der freien Natur zu sehen ist inzwischen ein Glücksfall. Der WWF (World Wildlife Fund) schätzt, dass seit den 1990er Jahren der Koala-Bestand in Australien um 80 Prozent zurückging. In NSW wird der Koala inzwischen als "selten und bedroht" klassifiziert. Hauptursachen sind die immer weiter fortschreitende Vernichtung der Lebensräume" und der Verkehr.
Also langer Rede kurzer Sinn: wir haben keine Koalas gesehen.


06.12.2018, Bulahdelah, New South Wales, Australien
Nachdem wir heute morgen den Kängurus, die uns belagerten, entkommen waren, war die nächste Station Taree. Dort war irgendwie bereits das Weihnachtsfieber ausgebrochen, denn bei ALDI fanden wir nur mühsam einen Parkplatz und der Laden war brechend voll.
Anschließend fuhren wir nicht auf dem Pacific Coast Way weiter sondern verliesen ihn alsbald um auf dem "The Lakes Way", nahe der Küste, zu fahren.
Nach Tuncurry kommt man zu den "Great Lakes", einer Ansammlung von Süßwasserseen.
Bulahdelah, unser heutiges Ziel, lag bereits wieder am Pacific Coast Way. Dort gibt es eine Rest Area, vom Lions Club betreut, wo man gegen eine freiwillige Spende übernachten darf.

km 137 (A 8.045, G 53.301) , S 32.41388°, O 152.20577°



07.12.2018, Kurri Kurri, New South Wales, Australien
Das Hunter Valley ist nach dem Barossa Valley das bekannteste australische Weinanbaugebiet. Nun muss man sich ein Weinanbaugebiet in Australien nicht so vorstellen, wie in Europa. Von den Hauptstraßen sieht man auf jeden Fall kaum mal einen Weinberg oder besser ein Weinfeld. Man erkennt nicht mal, dass das Gebiet ein Valley, also Tal, sein soll. Kurri Kurri, wo wir heute über Nacht stehen, wurde auch zum Kohleabbau gegründet.
Wineries gibt es aber unzählige und eine Spezialität der Gegend soll der (weiße) Semilion sein, der auch der australische Riesling genannt wird, weil er ebenso fruchtig und mit ähnlicher Säure sein soll.
Kurri Kurri ist eine nette Kleinstadt mit Wandmalereien und den üblichen Hotels (Pubs). Nett auch, dass man hier kostenlos am Sportplatz stehen darf.

km 105 (A 8.150, G 53.406) , S 32.82350°, O 151.48124°


08.12.2018, Broke, Hunter Valley, New South Wales, Australien
Schon gestern ist uns der dichte Verkehr aufgefallen und langsam kommen wir wohl in dichter besiedelte Gegenden. Überall im Hunter Valley fielen uns auch die Neubaugebiete auf, die, soweit schon realisiert, für Australien eine ungewohnte Verdichtung haben.
Eines hat die dichtere Besiedelung für uns: Der Dieselpreis ist so 10 Euro-Cent (0,90 €/L) billiger als weiter nördlich.
Wir sind zuerst durch Cessnock zum Mount View gefahren, desssen Name Programm ist. Vom Mount Bright Lookout hat man einen sagenhaften Blick über das Hunter Valley. Man kann sogar Weinberge sehen (ironisch gemeint).
Nun heute ist Samstag und bei den Wineries war heute Hochbetrieb (Busse und Parkplätze voll), denn überall wird "Tasting" angeboten.
Das ist nicht unser Ding und so fuhren wir weiter bis zur Nightingale Winery in Broke, die als einzige Kellerei im Hunter Valley anbietet, auf deren Grundstück zu übernachten und entweder zu bezahlen (15 AUD p.P.) oder entsprechend Wein zu kaufen.
Das liessen wir uns nicht zweimal sagen und verkosteteten den dortigen Wein. Nun ist Hunter Valley eher für Weissweine bekannt und tatsächlich waren die Rotweine nicht so fetzig wie zum Beispiel der weiße Verdelho, der hier besser gedeihen soll, wie in seiner Heimat Portugal.
Auf jeden Fall war der Spätnachmittag auf der schattigen Terrasse, mit Blick auf die Weinberge, bei 28 Grad Lufttemperatur und kühlem Verdelho, ein Erlebnis.
Übrigens: die Trauben waren noch recht klein an den Reben. Aber es ist ja auch erst im Februar und März Weinlese.

km 67 (A 8.213, G 53.473) , S 32.74772°, O 151.09211°


09.12.2018, Broke, Hunter Valley, New South Wales, Australien
Wir blieben heute in Nightingale. Wir hatten ja so viel Wein gekauft, dass wir schon einige Tage stehen könnten.
Es war heiß heute, aber der Hügel, auf dem wir standen, hatte außer der Aussicht auch noch eine leichte Brise, so dass man es im Baumschatten schon aushalten konnte.
Der Spaziergang heute war nicht so toll, weil wir immer wenn wir von der Straße abbiegen wollten, auf "Private Property" - Schilder stießen. Aber es war, wie gesagt, auch zu heiß zum wandern.
Besuchermäßig war heute so gut wie gar nichts los, so dass wir auch unsere völlige Ruhe hatten.


10.12.2018, Richmond, New South Wales, Australien
Die Strecke vom Hunter Valley nach Richmond, die wir heute fuhren, heißt Putty Road und ist, wie wir gestern beim Spaziergehen gemerkt haben, eine beliebte Motorradstrecke. Kein Wunder, schlängelt sie sich doch kurvenreich am Rande des Wollemi Nationalpark Richtung Süden.
Richmond selber ist eine Kleinstadt mit für australische Verhältnisse bedeutender Vergangenheit. Die ersten Siedler, keine Strafgefangene oder ehemalige Strafgefangene, kamen bereits um 1790 in diese Gegend und gründeten eine Siedlung. Nach Sydney und Parramatta die dritte Ansiedlung in Australien.
1795 fand hier sogar eine Schlacht gegen die Aborigines statt, die in Folge vertrieben wurden.
Wir wurden für 10 AUD für ein Jahr Mitglied im Wanderest Richmond Club und das berechtigte uns, für weitere 10 AUD am Parkplatz des Clubs zu übernachten.

km 161 (A 8.378, G 53.634) , S 33.59577°, O 150.75491°



11.12.2018, Katoomba, New South Wales, Australien
Gestern waren wir bis auf 40 km vor Sydney gekommen, aber heute fuhren wir wieder in die entgegengesetzte Richtung in die Blue Mountains. War vielleicht angesichts des Wetterumschwungs keine so gute Idee, aber wenigstens der heutige Tag war zum Wandern ok. Wir konnten auch nicht lange zögern, weil am 20.12. in NSW die Schulferien (bis Ende Januar) beginnen und dann in den Blue Mountains, als Naherholungsgebiet von Sydney, wie auch an der Küste, die Hölle los ist.
Die Blue Mountains haben ja ihren Namen vom ätherischen Öl der Eukalyptusbäume, das wie feiner Nebel über den Wipfeln liegt und bei Tageslicht für die Blaufärbung sorgt. So heißt es. Heute, bei dichter Bewölkung, war davon nichts zu sehen.
Einige km nach Richmond ging es dann auch gleich steil, mit Haarnadelkurven, in die Höhe und kurz vor unserem Ziel in Katoomba (liegt 1.000 m hoch), parkten wir bei den Wentworth Falls, weil es dort sagenhafte Wanderwege gibt. Fast wie ein europäischer Klettersteig ziehen sich die Tracks entlang der Abbruchkante der Blue Mountains (gehören auch zur Great Dividing Range) und man kann einen Rundweg über fast 4 Stunden machen. Wenn da nicht seit 2017 die schönsten Abschnitte geperrt wären. Angeblich wegen Steinschlaggefahr.
Zwei Stunden waren wir dann doch noch auf den Wegen, die aber dann jeweils zurückgelaufen werden mussten.
In Katoomba ist der berühmte Aussichtspunkt "Echo Point", von dem man die bekannteste Felsformation der Blue Mountains sehen kann: die Drei Schwestern. Vorläufig stehen wir aber auf dem Gelände der Katoomba Christian Convention, und es regnet bei 13 Grad!


km 60 (A 8.438, G 53.694) , S 33.729040°, O 150.298070°



12.12.2018, Katoomba, New South Wales, Australien
Unser Campground ist optisch nicht so fetzig und auch etwas schief, aber es gibt eine Münzwaschmaschine und im Preis (30 AUD) ist auch Strom und Wasser enthalten. Wir haben deshalb heute morgen die Waschmaschine/Trockner genutzt und nebenher noch gebacken. Das Wetter ist ja wirklich nicht weit her und wir sind deshalb erst gegen 13:00 Uhr zum Wandern losgezogen.
Zum Wandern war das Wetter ok, aber sichtmäßig, und das ist ja in den Blue Mountains das Beste, war nicht viel los. Wir sind dann den Federal Pass Walk, unterhalb der Felsabbruchkante gegangen und haben die "Three Sisters" umrundet. Über den "Giant Stairway" ging es dann 900 Treppenstufen hinauf zum Plateau, wo wir den "Prince Henry Cliff Walk" wieder zurück genommen haben.
Entlang des Cliffs geht tourismusmäßig der Punk ab und soviele Chinesen und auch Inder haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Nach vier Stunden waren wir wieder zurück am Campground.


13.12.2018, Blackheath Glen Reserve, Megalong Valley, New South Wales, Australien
Der Wetterbericht für heute war katastrophal: Regen bei 14 Grad.
Gottseidank kam aber am Morgen die Sonne raus und auch die Temperaturen waren ganz angenehm. Wir sind ein paar km weiter gefahren nach Blackheath und haben vom Govetts Leap Lookout aus eine sehr schöne Wanderung zum Pulpit Rock gemacht. Wir wollten heute nicht so anstrengend wie gestern unterwegs sein und das ist auch gelungen. Führt doch der Track entlang des Cliffs und die Steigungen/Gefälle sind moderat.
Nicht moderat war heute die Aussicht vom Weg hinunter ins Tal, denn die war heute spitzenmäßig. Nicht umsonst heißt das Tal Grand Canyon, erinnert es doch schon an den Grand Canyon in USA, wenn auch nicht so dimensioniert.
Nach drei Stunden waren wir wieder zurück am Parkplatz am Lookout. Dort war Polizei und Rettungsdienst und ein Hubschrauber knatterte über den Bridal Vail Falls. "We are looking for a person" ließ sich der Polizist entlocken, den wir fragten.
Vom Lookout sind wir dann 7 km hinunter ins Megalong Valley gefahren. 300 Höhenmeter tiefer und windgeschützter als oben in Blackheath.

km 24 (A 8.462, G 53.718) , S 33.675480°, O 150.268410°



14.12.2018, Old Ford Reserve, Megalong Valley, New South Wales, Australien
Heute war nun wirklich ein Regentag und erst am Spätnachmittag kam die Sonne heraus.
Am Morgen sind wir weiter nach hinten ins Tal gefahren zum Old Ford Reserve (Campground), der ebenfalls kostenlos ist, aber nicht so im Wald liegt. Unser Wanderversuch nach einer Aufhellung der Wolken endete nach einer Stunde im Regen, aber es war immerhin nicht kalt, sondern über 20 Grad warm. Zum Wochenende soll das Wetter besser werden.


km 8 (A 8.470, G 53.726) , S 33.731648°, O 150.235481°



15.12.2018, Old Ford Reserve, Megalong Valley, New South Wales, Australien
Schön warm war es heute, aber nicht ganz ungetrübt. Zum Wandern aber gut und so gingen wir wieder zum "Six Foot Track", diesmal Richtung Katoomba. Der "Six Foot Track" heißt so, weil er zu den ersten Siedlertagen so breit war, dass Packpferde einander passieren konnten. Er war die erste Verbindung von Katoomba hinunter ins Megalong Tal und weiter Richtung Westen.
Die Blue Mountains waren ja für die ersten Siedler eine schwer überwindbare Barriere, aber bereits 1814 wurde eine Straße über die Blue Mountains gebaut, um weiteren Siedlern Land im Westen zu erschließen.
Eine historische Ansiedlung war unser Ziel, aber als wir nach einer guten Stunde ankamen, stellten wir fest: Da ist nichts mehr. Aber der Track durch die duftenden Eukalyptuswälder war schön.
16.12.2018, Old Ford Reserve, Megalong Valley, New South Wales, Australien
Heute haben wir den abgebrochenen Trail von vorgestern nachgeholt. Das Wetter war heute tadellos, vielleicht etwas zu heiß. Aber der Sommer kommt.
Bis zur Hängebrücke waren es so 7 km (einfach) und die ganze Zeit veranstalteteten die Zikaden einen Höllenlärm. Da es die ganze Zeit bergauf bergab ging brauchten wir 4,5 Std. für die Wanderung.











Januar 2019               nach oben zur Navigation