Reiseseiten von Leo und Rita

Januar 2019



01.01.2019, Dural/Sydney, New South Wales, Australien
Nachdem gestern die Hitzewelle ausgerechnet zur Silvesternacht eine Gewitterpause nahm, strahlte heute die Sonne wieder ungehindert vom blauen Himmel und die Temperaturen stiegen wieder auf 35 Grad.
Gut auszuhalten ist dies eigentlich nur im Pool. Da die Hitze nicht so bald wieder aufhören soll, werden wir nach Sydney wieder die Berge ansteuern. Heute blieben wir jedoch noch am Campground in Sydney.


02.01.2019, Dalys Clearing, Belanglo State Forest, New South Wales, Australien
Das mit der Abkühlung ist heute gleich doppelt eingetroffen. Aber zuerst mussten wir noch beim Einkaufen tüchtig schwitzen.
Dann konnten wir Sydney nach Süden verlassen, was recht lange dauerte, weil Sydney so groß ist. Alle großen australischen Städte sind Flächenmonster, weil kaum eine mehrstöckige Wohnbebauung vorhanden ist. Einfamilienhäuser sind die bevorzugte Wohnform.
Dann ging es wieder in die Berge und wir fuhren bis in den zum Belanglo State Forest (700 m). Auf dem Dalys Clearing Campground waren nur ein paar andere Camper (die Mehrzahl ist wohl an der Küste) und es war wieder Natur satt. Ein Hitzegewitter brachte zusätzliche Abkühlung.

km 156 (A 9.008, G 54.266) , S 34.52755°, O 150.24157°



03.01.2019, Badgerys Lookout, Tallong, New South Wales, Australien
Nach den Feiertagen wollten wir mal wieder eine Wanderung machen. Der Badgerys Lookout bot sich an, weil dort ein Trail hinunter zum Shoalhaven River starten sollte. Aber diese Wanderung haben wir bald abgebrochen, weil kein Weg mehr zu erkennen war. Waren es die Unwetter der letzten Tage oder ist der Trail so selten begangen worden? Wir wollten uns nicht ins unwegsame Gelände der Schlucht verirren und gingen wieder zurück.
Auf der Straße zum Lookout verkehrt kaum ein Fahrzeug und so sind wir halt dort gewandert.
Der Platz, wir waren die einzigen Gäste, hat eine phantastische Aussicht in die Shoalhaven Schlucht.

km 48 (A 9.056, G 54.314) , S 34.77319°, O 150.102197°



04.01.2019, Numeralla Rest Area, Cooma, New South Wales, Australien
Wir sind heute etwas weiter gefahren weil wir so bald wie möglich die australischen Alpen erreichen wollen. Das Thermometer kratzte heute wieder an der 40 Grad Marke. Aber der Reihe nach:
Canberra ist ja nicht so das Traumziel von Australienreisenden, aber es lag quasi im Weg. Die Hauptstadt wurde als Retortenstadt in der Wildnis erbaut, um der Rivalität zwischen Melbourne und Sydney keinen Vorschub zu leisten. Nach Plänen eines amerikanischen Architekten wurde mit den Bauarbeiten 1913 begonnen und als Hauptstadt fungiert Canberra seit 1927. Es dauerte bis 1988 bis das Parliament House eröffnet wurde. Das Alte Parlament war ein Provisorium. Das Gebiet, auf dem Canberra liegt, das 805 qkm große Capital Territory, wurde damals von New South Wales abgetreten.
Nun gibt es keine herausragenden Bauwerke in Canberra, wie wir finden. Eher anziehend ist die voll durchgeplante Anlage der Stadt mit ihren unzähligen Grün- und Wasserflächen. Eine Erkundung von Canberra zu Fuß ist eine unmögliche Sache und so haben die Stadtväter den Touristen einen kostenlosen Bus gespendet, der den ganzen Tag einen Rundkurs bedient.


km 232 (A 9.288, G 54.546) , S 36.07634°, O 149.15860°



05.01.2019, Island Bend Campground, Mt. Kosciuszko Nationalpark, New South Wales, Australien
Wir sind der Hitze entronnen und stehen im Mt. Kosciuszko Nationalpark am Island Bend Campground in 1.250 m Höhe bei guten 20 Grad.
Unser Nationalparkpass von New South Wales gilt nicht für den Mt. Kosciuszko Nationalpark. Hier gelten andere Regeln. Insbesondere im Winter ist hier Hochsaison zum Wintersport. Jetzt im Sommer ist natürlich wandern angesagt. Jedes Fahrzeug muss pro Aufenthaltstag 17 AUD entrichten. Eine Personengebühr wird nicht erhoben. Wir haben einen 5 Tage-Pass erworben zum Preis von 4 Tagen.
Unser Campground war eine ehemalige Siedlung für Arbeiter zum Bau des Snowy Mountains Scheme, einem gewaltigen Wasserkraftwerks-Verbund, der die gesamten Snowy Mountains umfasst. Der Bau dauerte von 1949 bis 1974. Es wurden 16 große Dämme, 80 km Äquadukte und 145 km Stollen gebaut, die 7 Wasserkraftwerke versorgen.
Die Häuser der Siedlung wurden nach Fertigstellung der Anlagen abgerissen und die Flächen weitgehend rekultiviert. Das ehemalige Straßensystem wird weiterverwendet und erschließt eine riesige Campgroundfläche.

km 113 (A 9.401, G 54.659) , S 36.32134°, O 148.47651°



06.01.2019, Island Bend Campground, Mt. Kosciuszko Nationalpark, New South Wales, Australien
"Tommorow will be a bright day" sagte die nette Dame gestern in der Visitor Information in Jindabyne. Wir waren skeptisch heute morgen, weil es die halbe Nacht geregnet hatte und die Temperatur am Morgen um die 10 Grad war. Aber je näher wir dem Charlotte Pass kamen, dem Ausgangspunkt der Touren rund um den Mount Kosciuszko, um so mehr verschwanden die Wolken.
Unterwegs passierten wir das Skigebiet Perisher. Unzählige Lifte führen die Hügel hinauf. Aber die Lifte, hauptsächlich Schlepper, sind nur ein- bis zweihundert Meter lang. Deshalb wohl die vielen Lifte, weil ein Umlauf ja nur ein paar Minuten dauert. Kein Vergleich mit europäischen Skigebieten in den Alpen.
Wir hatten uns zuerst den Summit Walk zum Gipfel des Mount Kosciuszko vorgenommen und wollten dann später, je nach Kondition- und Wetterlage, entscheiden. Zum Gipfel waren es 9 km.
Der Weg war bis zum Rawson Pass (7 km) Fahrstraße und somit Schwierigkeitsstufe 0, zumal es nur ganz sanft bergauf ging. Der Charlotte Pass liegt ja so gute 1.800 m hoch und der Mount Kosciuszko 2.228 m. Am Rawson Pass wurde es voll, denn hier kommt der Weg vom Sesselift her, der kürzer ist als vom Charlotte Pass. Ach, ich habe vergessen zu erwähnen, dass der Mount Kosciuszko der höchste Berg Australiens ist. Nach dem Gipfel waren wir noch fit und so beschlossen wir, den Main Range Walk zu machen, der unterhalb des Gipfels abzweigt.
Am Main Range Walk kommt man an einigen Seen vorbei und auch dem bekanntesten der Snowy Mountains, dem Blue Lake.
Gemeinerweise kommt dann aber noch vor dem Charlotte Pass ein giftiger Anstieg, der uns den konditionellen Rest gab. Aber zufrieden mit unserer Leistung heute, sechseinhalb Stunden und 22 km, fuhren wir zurück zum Island Bend Campground.
Lustig: Der Mount Kosciuszko ist ja der höchste Berg Australien und so waren die Leute beim New South Wales Lands Department schon ein wenig schockiert, als genauere Messungen zum Ergebnis kamen, das der benachbarte Mount Townsend geringfügig höher war (1940). Aber warum alle Bücher und Prospekte umschreiben? Kurzerhand wurden die Namen der Gipfel vertauscht und somit war der Mount Kosciuszko wieder der Größte.

km 55 (A 9.456, G 54.714) , S 36.32134°, O 148.47651°



07.01.2019, Thredbo Diggings Campground, Mt. Kosciuszko Nationalpark, New South Wales, Australien
Heute wollten wir es etwas erholsamer angehen und sind nur bis zum Thredbo Diggings Campground gefahren. Aus den Kommentaren zum Campground wussten wir schon, dass die beiden Campgrounds im Thredbo Valley ziemlich gefragt sind. Aber wir fuhren platztechnisch günstig so um 10 Uhr dorthin und hofften, dass die Ersten schon weg, und die neuen Gäste noch nicht da sind. Dem war auch so und am Nachmittag füllte sich der Campground.
Einen kleinen 5 km langen Rundweg zur Talstation der Zahnradbahn nach Perisher (siehe gestern) machten wir trotzdem. Die Zahnradbahn (Skitube) ist im Sommer nicht in Betrieb. Aber was sollte man auch in Perisher im Sommer suchen. Alles ist geschlossen.
Nach der kleinen Wanderung kühlten wir uns im Thredbo River ab, der am Campground vorbeifließt.

km 43 (A 9.499, G 54.757) , S 36.4463°, O 148.4254°



08.01.2019, Clover Flat Rest Area, Mt. Kosciuszko Nationalpark, New South Wales, Australien
Bergauf-bergab, so könnte man unsere heutige Fahrt beschreiben. Vom Campground (1.200 m) nach Thredbo (1.400 m), Dead Horse Gap (1.600 m ), Geehi Flats (400 m), Scammel Spur Lookout (1.000 m), Khancoban (300 m) bis zum Ziel Clover Flat Rest Area (1.150 m).
Thredbo, der bedeutenste Skiort Australiens, ist im Sommer so gut wie verwaist. Ein paar Mountain-Biker und Wanderer sind zu sehen, ansonsten ist fast alles geschlossen. Am südlichen und westlichen Rand des Mount Kosciuszko Nationalparks entlangfahrend, kamen wir bis Clover Flat, in der Mitte zwischen Khancoban und Cabramurra gelegen.
Dieser Bereich des Nationalpark ist wohl nicht so frequentiert wie das Gebiet um den Mt. Kosciuszko, wo wir die letzten 3 Tage waren. So begegnete uns auf der Straße zwischen Khancoban und Cabramurra bis zum Campground kein Fahrzeug. Und am Campground waren wir ganz allein, sieht man von den Kängurus ab.

km 114 (A 9.613, G 54.871) , S 36.07260°, O 148.21727°



09.01.2019, Blowering Reservoir, Mt. Kosciuszko Nationalpark, New South Wales, Australien
Eine willkommene Abwechslung waren heute die Yarrangobilly Thermal Pools. Es ging eine Schotterstraße hinunter ins Yarrangobilly Valley, wo der Talgrund parkähnlich angelegt war. Es gibt mit den Yarrangobilly Caves auch gleich zwei Attraktionen hier unten.
Thermalbaden in Australien? Na ja, die "heißen Quellen" entpuppten sich als lauwarmes Wasser mit 27 Grad. Also eher erfrischend.
Ganz toll war unser letzter Übernachtungsplatz im Mt. Kosciuszko Nationalpark am Blowering Reservoir. Da der See laut Webseite des Snowy Mountains Scheme nur zu 38 Prozent gefüllt ist (seit Jahren, wie man an der Vegetation sieht), kann man auf dem früheren Seegrund in herrlicher Aussichtslage stehen.
Noch mehr gab es am Abend zu sehen: Kängurus in Kompaniestärke kamen aus dem Gehölz oberhalb des ehemaligen Seeufers und grasten auf der Wiese. Insbesondere eine Kängurumutter, mit ihrem Sprößling im Beutel, hatte es uns angetan. Emus soll es hier auch geben, aber die hatten heute wohl eine andere Wiese gewählt.

km 136 (A 9.749, G 55.007) , S 35.4677°, O 148.2730°



10.01.2019, Albury, New South Wales, Australien
Albury ist eine 50.000 Einwohner zählende Stadt am Murray River. Das Städtchen sieht schmuck aus, allerdings sind uns viele Leerstände in den Geschäftsstraßen aufgefallen.
Unser kostenloser Platz, mitten in der City, wird vom Seamen, Soldiers & Airmen Club (SS&A) gestellt und hat den Charm eines Hinterhofs. Aber wie gesagt, völlig zentral.
Wir hatten trotzdem Spaß daran, mal wieder unter Leuten zu sein und durch die Straßen und Malls zu schlendern und ein paar Einkäufe zu erledigen.
Der Murray River ist 2.375 km (!) lang und entspringt in den Snowy Mountains. Er bildet auf weiter Strecke die Grenze zwischen New South Wales und Victoria und mündet im Bundesstaat Südaustralien in das Meer. Er ist 2.000 km schiffbar.
In Aubury, an der Eisenbahnlinie Sydney - Melbourne gelegen (1881 fertiggestellt), war früher eine wichtige Zollstation und eine Bahn-Umsteigestation, denn die Bahnlinien hatten in New South Wales und Victoria verschiedene Spurweiten. Vielleicht hat der Bahnhof in Aubury deshalb den längsten Bahnsteig der südlichen Hemisphäre.

km 213 (A 9.962, G 55.220) , S 36.07736°, O 146.92074°



11.01.2019, Echuca, Victoria, Australien
Victoria ist flächenmäßig der kleinste Bundesstaat in Australien (sieht man von der Insel Tasmanien mal ab) und hat aber die zweitgrößte Bevölkerung. Ist also der dichbesiedelste Bundesstaat. Aber von den 6,3 Mio. Einwohnern leben über die Hälfte (3,7 Mio.) in Melbourne.
Ein paar km südlich von Albury überquerten wir heute morgen den Murray River und waren in Victoria. Nicht dass sich irgendwas geändert hätte, aber schätzungsweise haben wir New South Wales nun abgehakt.
Murray Valley Highway nennt sich die Straße Richtung Westen und suggeriert ein Flusstal. Aber weder ein Tal noch ein Fluss waren zu sehen. Nur in Yarrawonga kommt man an den Murray, aber dort ist er zum Mulwala Stausee aufgestaut. Erst an unserem heutigen Zielort haben wir den Murray gesehen.
Echuca ist die Paddelsteamer Hauptstadt Australiens und Ende des 19. Jahrhunderts war es der größte Binnenhafen Australiens.
Der unzuverlässige Wasserstand des Murray und die aufkommende Eisenbahn machten dem Raddampfer-Idyll auch bald wieder ein Ende und heute verkehren die Radampfer zum Vergnügen der Touristen.
Weit und breit sind keine Berge in Sicht und so müssen wir halt die Hitze (35 Grad) aushalten.

km 238 (A 10.200, G 55.458) , S 36.1470°, O 144.7363°



12.01.2019, Piangil, Victoria, Australien
Das Wetter heute war brutal: 45 Grad am Nachmittag und ein böiger heißer Wind.
In Kerang hat es uns heute auf dem falschen Fuß erwischt. Wir wissen schon, dass an Bundestaatsgrenzen meist keine Früchte über die Grenze gebracht werden dürfen. Aber mitten in Victoria?
Aber es gibt hier ein Gebiet am Murray entlang, das vor Fruchtfliegen bewahrt werden soll und deshalb diese Restriktion. Wir parkten an einem Rastplatz (es war schon Mittag) und aßen unsere Mangos und Avocados. Die Tomaten (auch die zählen als Früchte) haben wir zu Spaghettisoße verarbeitet.
Unser erster Übernachtungsplatz am Murray erwies sich als so staubig, dass wir wieder die Flucht ergriffen. Aber 20 km weiter fanden wir eine Rasenfläche mit Schattenbaum daneben.
Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, um 19:00 Uhr, haben wir immer noch über 40 Grad und der Wind bläst wie ein Heizlüfter. Das schlimme aber sind die Böen, die Sand aufwirbeln. Werden wir getroffen, ist im Wohnmobil alles mit Staub überzogen. Da hilft nur, alle Fenster schließen - bei 40 Grad!
Gott sei Dank kühlt es nachts ab und man kann schlafen.

km 207 (A 10.407, G 55.665) , S 35.0550°, O 143.3120°



13.01.2019, Waikerie, South Australia, Australien
Es gibt wenige Gebiete in Australien, an denen man an einem Fahrtag drei Bundestaaten unter den Rädern haben kann. Aber der Reihe nach:
Hatte ich vorgestern noch behauptet, wir hätten New South Wales abgehakt, so wurden wir heute eines Besseren belehrt. Wegen einer Murrayschleife kürzte die Straße über New South Wales ab. Das waren so 50 km.
Dann gings weiter in Victoria. Riesige Obst und Weinkulturen werden entlang des Murray Rivers bewässert und können nur dadurch existieren. Da versteht man die Quarantänemaßnahmen schon.
Die Überquerung der Grenze nach South Australia (Zeitunterschied minus eine halbe Stunde) bescherte uns dann eine richtige Kontrolle auf mitgeführtes Obst oder Gemüse.
Das Barossa Valley, eines der berühmtesten australischen Weinanbaugebiete, haben wir noch nicht erreicht und trotzdem Weinberge ohne Ende. Wir vermuten, da wenige Kellereien zum Verkosten einluden, dass hier hauptsächlich Traubensaft erzeugt wird, der an andere Winzer verkauft wird.
Einen schönen Platz direkt am Murray River haben wir bei Waikerie gefunden. Heute waren die Temperaturen wieder normal bei 35 Grad und der Wind nur mäßig.

km 374 (A 10.781, G 56.039) , S 34.1858°, O 140.0118°



14.01.2019, Waikerie, South Australia, Australien
Wir blieben heute noch an diesem schönen Platz am Murray. Ein Spaziergang zum Ort am Morgen und danach im Liegestuhl im Schatten. Nachdem es gestern "nur" heiß war, wurde es heute wieder brutal heiß mit über 40 Grad.
Dazu kam noch, dass es in der Nacht nicht so abkühlte wie die letzten Tage. Erst gegen Morgen wurden erträgliche Temperaturen erreicht.




15.01.2019, Rapid Bay, South Australia, Australien
Heute morgen erzählte ein vorbeifahrender Paddler, dass es heute Nachmittag und auch morgen 47 Grad in Waikerie geben würde. Dieser Horrorhitze wollten wir entkommen und fuhren, durchaus planmäßig, ins Barossa Valley.
Alle Kellereien dort zu besichtigen wäre nur in Wochen möglich und so konzentrierten wir uns auf eine der bekanntesten: Seppeltsfield (bei Wolf Blass haben wir nur ein paar Fotos gemacht).
Wir haben den Wein verkostet und ein paar Flaschen gekauft. Der Riesling war sehr lecker.
Wir wären gerne ein paar Tage im Barossa Valley geblieben, aber auch hier waren weit über 40 Grad vorhergesagt. Wir haben, außer beim Fahren, keine Klimaanlage und noch so eine heiße Nacht wie die Vorhergehende, wollten wir nicht nochmal.
Plan B war, zur Küste auf der Fleurieu-Halbinsel, südlich von Adelaide, zu fahren, wo die Temperaturen "normal" waren. Wir liesen auch die Adelheid rechts liegen (die Stadt Adelaide wurde nach Adelheid von Sachsen-Meiningen benannt, der Gemahlin von Wilhelm IV von England) und fuhren schnurstracks bis Rapid Bay.
Der Campground war zwar gut besucht, aber hatte noch viel Platz. Die Temperatur war unter 30 Grad und nach dem Bad im Meer war die Hitze vergesssen. Das Meer hier gehört bereits zum Indischen Ozean.

km 308 (A 11.089, G 56.039) , S 35.52489°, O 138.19270°



16.01.2019, Rapid Bay, South Australia, Australien
Rapid Bay ist ja so ein letzte Halt vor Kangoroo Island. Kangoroo Island ist die drittgrößte australische Insel und für ihre Fauna berühmt. Lange haben wir heute recherchiert und haben uns dann entschlossen, Kangoroo Island nicht zu besuchen.
Um es kurz zusammenzufassen: das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte nicht. Die Fähre und der Nationalparkpass für 2 Personen kosten 650 AUD. Dazu kommen noch Campgroundgebühren. Das war uns für drei Tage nicht verhältnismäßig. Dazu haben wir ja mit Tasmanien bereits die zweitgrößte australische Insel gebucht, allerdings erst im März. Wir blieben am badetechnisch besten Strand bisher und relaxten.


17.01.2019, Longhorne Creek, South Australia, Australien
Heute war bewölktes Wetter angesagt und das war gerade richtig, um längst Aufgeschobenes zu erledigen. In Yankalilla haben wir die Autowäsche und die Textilienwäsche an einer Stelle erledigen können.
Wir hätten auch einen Hund waschen können, weil es auch eine Münzwäsche für Hunde gab mit Schaumwäsche, Spülen und Föhnen.
In Victor Harbour waren wir noch bei ALDI bevor wir in Longhorne Creek, auch ein Weinbaugebiet, in das Frank Potts Reserve fuhren. Umgeben von Weinfeldern kostet eine Nacht 5 AUD.

km 125 (A 11.214, G 56.472) , S 35.29994°, O 139.0423°



18.01.2019, Narrung Ferry, South Australia, Australien
Auch heute war das Wetter bewölkt und es gab höchstens so um die 23 Grad. Welch eine Labsal nach der Hitze.
Wir sind fast um den Lake Alexandrina gefahren. Der Lake Alexandrina ist ein Süßwassersee, der hauptsächlich vom Murray River gespeist wird und der eine Verbindung zum Meer hat. 240 Vogelarten soll es dort geben. Der Australische Pelikan ist weltweit die größte Pelikanart und es gibt sehr viele dort am See.
Zwei Fähren mussten wir heute an der Hinfahrt zum Campground passieren. Die Fähren waren kostenlos und haben einen 7/24 Betrieb (7 Tage/24 Stunden). Wegen der fehlenden Strömung sind die Fähren dieselbetrieben und als Seilfähren konstruiert. Das heißt, zwei Stahlseile, die rechts und links über das Wasser gespannt sind, geben Halt und Führung. Über Rollen an Bord zieht sich die Fähre vorwärts an diesen Seilen.
Der Narrung Ferry Campground ist schön am See angelegt und man steht auf weichem grünen Rasen. Es wird keine Gebühr erhoben.

km 70 (A 11.284, G 56.542) , S 35.5134°, O 139.1845°



19.01.2019, Narrung Ferry, South Australia, Australien
Während hunderte Pelikane über uns kreisten, ließen wir es uns auf dem schönen Campground an der Narrung Ferry gutgehen. Die Temperaturen waren angenehm und heute schien auch wieder die Sonne.
Wir wollten ja die Küste noch im Januar wegen der Sommerferien der Australier meiden, aber im Inland geht die Hitzewelle weiter. So hörten wir, dass in Nooma (NSW) gestern die niedrigste Temperatur 35 Grad war. In der Nacht!



20.01.2019, Coorong National Park, 42 Mile Crossing Camp, South Australia, Australien
Der Coorong National Park zieht sich so 150 km entlang der Küste. Der größte Teil dabei umfasst die Halbinsel mit dem lustigen Namen "Younghusband" (junger Ehemann). Diese schmale Halbinsel ist 145 km lang und dahinter liegt eine Lagune, die Teils Salz-, teils Süßwasser hat.
Es ist eine grandiose Landschaft von Lagune, Dünen und Meer. An mehreren Stellen kann man vom Highway auf Stichstraßen vorfahren bis zur Lagune und auch manchmal zum Meer.
Am "42 Mile Crossing" ist so eine Stelle. Hier befindet sich auch ein Campround des Nationalparks, den wir Online buchten. Der Campground liegt 1,5 km vor dem Strand und zum Strand, den man befahren darf, führt eine Sandpiste. Diese lose Sandpiste war für uns nicht geeignet (wir sahen auch an steilen Stellen Toyotas 4WD hängen) und so marschierten wir vor ans Meer, wo eine steife Brise wehte.
Am Campground waren noch zwei andere Camper.

km 132 (A 11.416, G 56.674) , S 36.2867°, O 139.7111°



21.01.2019, The Granites Beach, South Australia, Australien
Der Campground, wo wir letzte Nacht verbrachten, ist bekannt für seine Känguru und Emu Population. Leider ließ sich am Abend kein Tier sehen. Erst, es ist ja zur Zeit Vollmond, nachts um drei Uhr, grasten ein paar Kängurus genau unter unserem "Schlafzimmerfenster".
Wirklich weit war es nicht zum "The Granites Beach", der seinen Namen nach den am Strand liegenden Granitfelsen hat, die es sonst nirgends an dieser Küste gibt. Es führt eine Teerstraße bis vor an den Strand und am geteerten Parkplatz darf man kostenlos übernachten.
Wir haben insofern Glück, dass heute kein heftiger Wind wehte, wie verschiedene Besucher vorher berichtet haben. Wassertemperaturen von 17 Grad aber luden uns nicht zum Baden ein. Ein paar abgehärtete Australier schon.
Wir sind zwar an der Südküste Australiens, aber dieser Strand ist nach Westen gelegen und so hatten wir heute einen traumhaften Sonnenuntergang.

km 52 (A 11.468, G 56.726) , S 36.6567°, O 139.8550°



22.01.2019, The Granites Beach, South Australia, Australien
Heute, in der letzten Ferienwoche, kamen noch ein paar mehr Leute auf den Campground. Aber am schier unendlichen Strand fällt das nicht auf.
Es war noch ein bisschen wärmer wie gestern und Rita traute sich deshalb sogar ins Wasser.
Am Samstag ist Australia Day (es wird die Landung der "1. Floote" am 26.01.1788 gefeiert) und da am folgenden Montag auch noch frei ist, steht den Australiern ein turbulentes Wochenende ins Haus. Für uns bedeutet das, dass die Preise der kommerziellen Campingplätze dann um die Hälfte fallen und es Platz an den begehrten Stränden der Südküste gibt.


23.01.2019, Kingston S.E., South Australia, Australien
Kingston ist die Lobster-Hauptstadt Australiens, obgleich man, sieht man vom Riesen-Lobster an der Ortseinfahrt ab, nicht viel davon merkt.
Auf jeden Fall ist es eine der wohnmobilfreundlichsten Städte in Australien. Man muss zwar auf dem städtischen Campground für 48 Stunden 10 AUD bezahlen, aber das ist nur ein kleiner Obulus für das was geboten wird: Schöner Campground mit Rasen, zentral, Frischwasser, Entsorgung und naher Strand.
Es war heute wieder gut heiß und da war das relativ frische Meer hochwillkommen.
Draußen im Meer sind anscheinend viele Riffe, wo es die Hummer gibt. Diese Riffe waren auch für die Seefahrt gefährlich und so wurde auf einem dieser Riffe, dem Margaret Brock Reef, bereits 1872 ein Leuchtturm errichtet, der heute an der Strandpromenade steht. Es ist der erste Leuchtturm in Australien der versetzt wurde. Das war 1976.
Das Riff ist nach dem Schiff benannt, das 1852 an diesem Riff sank. Es wird berichtet, dass alle Passagiere sich ans Ufer retten konnten und sich zu Fuß bis Adelaide durchgeschlagen haben. Das sind immerhin 250 km und es gab damals noch keine Straßen.
Es gibt noch ein Kingston in South Australia: Kingston on Murray. Deshalb heißt dieses Kingston S.E. (South East).

km 21 (A 11.489, G 56.747) , S 36.8265°, O 139.8511°



24.01.2019, Kingston S.E., South Australia, Australien
Laut Wikipedia gibt es ja in Kingston die besten "Fish and Chips" von ganz Australien. Allerdings, als wir vor "Mac's Takeaway" standen, hieß der Laden plötzlich "Janet's Takeaway". Nun, die Fritten waren durchschnittlich, aber das Butterfish-Filet, leicht paniert, war saftig und gut. In der Regel bekommt man ja in Australien bei Fish und Chips viel Panade und wenig Fisch.
Trotz Küste war es heute wieder fast 40 Grad heiß und man konnte die Hitze nur im Meer aushalten.

25.01.2019, Dartmoor, Victoria, Australien
Bleiern lag die Hitze gestern Abend über Kingston und kein Windhauch regte sich. Bei Temperaturen über 30 Grad konnten wir kein Auge zumachen. Aber wie vorhergesagt: Gegen Mitternacht kam ein veritabler Sturm auf und der Wind vom Meer ließ die Temperaturen binnen kurzer Zeit auf unter 20 Grad fallen. Wir konnten endlich einschlafen.
Robe, eine der ältsten Ansiedlungen in South Australia, hat eine gewisses Flair wegen seiner doch beachtlich vielen Touristen. Wir besichtigten es und fuhren dann weiter nach Mount Gambier. Dort befinden sich mehrere Vulkanseen (Maare) dessen schönster der Blue Lake ist. Von Ende November bis Anfang März, also im Sommer, ist er unnatürlich (es ist aber ein durch Algen verursachtes Naturphänomen) blau gefärbt.
Wir wären gern in Mount Gambier geblieben, aber der von uns ausgekuckte Campground am Showground war wegen des morgigen Australia Days ausgebucht.
Aber im Nachbarstaat Victoria, in Dartmoor, fanden wir einen schönen Campground am Glenelg River. Bei der Grenzüberschreitung von South Australia nach Victoria wird übrigens kein Quarantäne-Trallala veranstaltet.

km 225 (A 11.714, G 56.972) , S 37.9262°, O 141.2850°



26.01.2019, Cavendish, Victoria, Australien
Der heutige Australia Day (Feiertag) begann als Glückstag. Aber der Reihe nach:
Beim heutigen Morgenspaziergang am Glenelg River schauten wir routinemäßig nach oben in die Baumwipfel, weil hier potenzielles Koala-Revier war. Lichter Eukalyptusbestand. Kakadus, die uns am Morgen mit ihrem Geschrei geweckt hatten, waren einige. Aber dass wir einen leibhaftigen Koala erspähen würden? Das war Glück.
Koalas fressen nicht junge, saftige Blätter, wie man vielleicht denken könnte, sondern sie bevorzugen die alten Bäume, weil deren Blätter weniger Giftstoffe enthalten. Und alte Bäume sind in der Regel sehr hoch und die Koalas schwer zu sehen.
In Hamilton, wo wir uns beim einzigen ALDI in weiter Umgebung versorgten, war von Australia Day nichts zu verspüren. Wir sind dann noch auf unserem Weg zu den Grampians bis Cavendish gefahren, wo der lokale Sportverein einen schön am Wannon River gelegenen Campground betreibt (10 AUD).
Die Grampians sind ein Höhenzug, der den westlichen Abschluß der Great Dividing Range bildet. Das Klima sollte etwas kühler sein und die Landschaft hervorragend.

km 101 (A 11.815, G 57.073) , S 37.5248°, O 142.0445°


27.01.2019, Halls Gap, Grampians National Park, Victoria, Australien
Von Cavendish führt eine Scenic Road, also landschaftlich schöne Straße, Richtung Halls Gap, dem Hauptort der Grampians. Die meist einspurige Straße tat ihrem Beinamen auch alle Ehre und wir genossen die Fahrt. 30 km vor Halls Gap mündet die Nebenstraße in die C216 von Dunkeld und dann war viel Verkehr an diesem letzten langen Wochenende der Ferien.
Die Nationalpark Campgrounds kosten hier alle 30 AUD die Nacht (ohne Komfort), aber in Halls Gap gibt es ortsnah einen kostenlosen Campground "Under the Trees".
In den Grampians gibt es alle wichtigen australischen Tiere. Emus haben wir bereits gesehen und auf der "Scenic Road" haben wir beinahe ein Känguru überfahren, das unvermittelt aus dem Gebüsch schoß. Am Campground wurden wir vom Gelächter der Kookaburras begrüßt.

km 85 (A 11.900, G 57.158) , S 37.1159°, O 142.5334°

,
28.01.2019, Halls Gap, Grampians National Park, Victoria, Australien
Der Hausberg von Halls Gap und eigentlich auch bekannteste Berg der Grampians ist der Pinnacle. Von der Talseite in Halls Gap sieht er spektakulär schroff aus und man glaubt kaum, wie leicht er von der anderen Seite bestiegen werden kann.
Wir fuhren heute die paar km hinauf zum Wonderland Carpark, wo unsere Tour begann. Durch den Grand Canyon und die Silent Street erreichten wir den Gipfel nach einer Stunde. Die Landschaft, durch die wir gewandert sind, die Wonderland Range, ist wirklich spektakulär und deshalb war dieser Teil des Trails auch ziemlich belebt.
Der Ausblick vom Pinnacle ist genauso spektakulär und man sieht weit ins Land.
Auf unserer Rundwanderung ging es dann hinunter nach Halls Gap und dann wieder durch das Stony Creek Valley zurück zum Parkplatz. Auf den ersten Blick haben wir diese Wanderung, der Pinnacle ist nur 715 m hoch, als einfach eingeschätzt. Aber das Höhenprofil war doch nicht ganz leicht (Wonderland Carpark 420 m, Pinnacle 715 m, Halls Gap 255 m, Carpark 420 m) und wir brauchten für die fast 10 km beinahe 4 Stunden.


29.01.2019, Halls Gap, Grampians National Park, Victoria, Australien
Nach dem wegen der Hitze anstrengenden gestrigen Tag wollten wir es heute ruhig angehen. Schon beim Frühstück kam einen Kängurumutter mit ihrem Jungen vorbei. Das Junge wollte auch frühstücken und bediente sich bei der Mama. Dann kam auch noch ein Ameisenigel vorbei. Die heißen auch Schnabeligel und sind mit dem Schnabeltier verwandt, das heißt, sie legen auch Eier und sind aber Säugetiere. Man sieht sie normalerweise nur nachts.
Auch eine Emumutter mit ihren 4 Halbwüchsigen ließ sich sehen.
Am Nachmittag sind wir ins nun fast verwaiste Halls Gap, die Schulferien sind vorbei, gegangen. Eis essen ohne Andrang war ok.


30.01.2019, Heywood, Victoria, Australien
Der Mackenzie River ist der einzige Fluß im Nationalpark, der auch im Sommer nennenswert Wasser führt. Und er hat zwei ansehnliche Wasserfälle, die wir heute besucht haben.
Aber dazu mussten wir heute morgen erst auf die westliche Seite der Grampians fahren. Der Pass führte immerhin auf über 700 m hoch. Am Zumstein Parkplatz ging der Trail los und führte durch die Schlucht des Mackenzie zuerst zu den Fish Falls und dann zu den Mackenzie Falls. Da die Mackenzie Falls auch über eine Treppe von der Passtraße leicht zu erreichen sind, waren dort entsprechend viele Touristen.
Obwohl nur drei Stunden unterwegs, waren wir von der Hitze geschafft. Planmäßig fuhren wir wieder Richtung Süden und wollten bei Dunkeld, am südlichen Ende der Grampians, auf einen Campground fahren. Das haben wir auch und sind aber angesichts der herrschenden Hitze gleich weitergefahren. 37 Grad waren es an diesem Campground und ein heißer Wind fegt den Staub über den Platz.
Wir haben dann gleich einen Teil der Strecke für morgen vorweggenommen und sind bis Heywood gefahren. Die Temperatur dort war unter dreißig Grad (das wussten wir aus dem Internet) und es war ein schöner Platz am Park.

km 219 (A 12.119, G 57.477) , S 38.1295°, O 141.6294°

,
31.01.2019, Portland, Victoria, Australien
Portland ist die älteste Stadt Victorias und war lange Zeit vor allem für Walfänger ein Stützpunkt. Heute werden im Hafen neben Aluminiumbarren hauptsächlich Holzprodukte aus den Holzplantagen im Hinterland verschifft. Holzstämme und Holzschnitzel (für die Papierherstellung) werden hauptsächlich nach Asien exportiert.
Portland ist "RV friendly" und hat einen schönen Campground direkt neben der City. Man darf 48 Stunden dort stehen. ALDI und Woolworts sind fußläufig.
Neben dem Campground ist das Depot der Cable Tram, die aber mit ihrem Namen nicht mehr viel gemein hat. Ursprünglich eine Kabelbahn wie in San Francisco noch heute, zieht ein dieselbetriebener Wagen einen nachgebauten Waggon über eine 7 km lange Strecke. Die ursprüngliche Cable Tram operierte von 1885 bis 1940.
Das Wetter ist super, wie in einem deutschen Sommer mit so 20 - 24 Grad.

km 27 (A 12.146, G 57.504) , S 38.3550°, O 141.6071°

,






Februar 2019               nach oben zur Navigation