Reiseseiten von Leo und Rita

Mai 2019


01.05.2019: Lyndon Rest Area, West Australia, Australien
Heute haben wir nun endgültig Cape Range verlassen. In Exmouth haben wir nochmal versorgt und sind dann die eintönige Strecke nach Coral Bay gefahren. Mindestens 100.00 Termitenhügel haben wir wohl passiert.
Coral Bay besteht nur aus wenigen Geschäftshäusern, zwei Campingplätzen und ein paar Resorts. Aber der Strand in der Bay ist Weltklasse. Zwischen 80 cm großen Riffbarschen sind wir geschwommen und haben uns erfrischt.
Nachdem beide Campingplätze überfüllt waren, sind wir weitergefahren Richtung Carnavon bis kurz nach dem südlichen Wendekreis. Wir sind nun wieder in den Subtropen, aber die Fliegen haben das noch nicht mitgekriegt und umschwärmen uns auch dort. Am Campground haben wir schon eine Menge andere Übernachtungsgäste getroffen, aber es herrschte kein Platzmangel.

km 316 (A 23.265, G 68.645) , S 23.5422°, O 113.9625°



02.05.2019: Point Quobba Blowholes Campground, West Australia, Australien
Nach relativ kurzer Fahrt auf der Minilya Exmouth Road (die Straße von Exmouth her) kamen wir wieder zurück auf den North West Coastal Highway, den wir kurz vor Carnavon wieder verliesen. Hier bogen wir nämlich ab zu den Point Quobba Blowholes, neben denen sich auch ein rustikaler Campground befindet.
Nun haben wir in Australien schon einige Blowholes besucht, aber diese (Mehrzahl, weil es viele nebeneinander sind) waren schon Klasse. Obwohl das Meer einigermaßen ruhig war, bauten sich hin und wieder Wellenberge auf, dann zischte es aus den Blowholes und Fontänen stiegen empor wie Wasserspiele.
Bei optimalen Bedingungen sollen es 20 Meter hohe Fontänen sein.
Aber das ist noch nicht alles: Direkt beim Campground, der ist so 1 km südlich der Blowholes, befindet sich in einer geschützten Bucht, das "Aquarium". Ein Sandstrand mit einer Korallenbank im flachen Wasser. Viele Kommentatoren bei WikiCamps waren begeistert. Wir jedoch, vorgestern noch beim schnorcheln bei den Oyster Stacks in Cape Range, finden es ganz nett. Morgen wollen wir es bei Flut nochmal probieren.
Die Außentemperatur beträgt jetzt "nur" mehr 26 Grad, das Wasser ist aber noch angenehm warm.
Als "Seniors" bekamen wir am Campground, der vom Landkreis unterhalten wird, einen Rabatt: 16 AUD statt 22 AUD. Meist bekommt man so einen Rabatt nur, wenn man einen australischen Rentnerausweis hat.

km 188 (A 23.453, G 68.833) , S 24.4888°, O 113.4130°



03.05.2019: Point Quobba Blowholes Campground, West Australia, Australien
Heute haben wir nun bei Flut geschnorchelt. Gestern bei Niedrigwasser war es zu niedrig über den Korallenbänken. Trotzdem kann das "Aquarium" im Vergleich zu Cape Range und dem Ningaloo Reef nicht mithalten. Cape Range liegt ja noch in den Tropen und hier, am Point Quobba ist es ein paar Grad kühler wie dort.





04.05.2019: Point Quobba Blowholes Campground, West Australia, Australien
Versorgungstechnisch mussten wir heute nach Carnavon reinfahren. Das sind immerhin 150 km hin und zurück. Aber es ist kaum Verkehr auf der Straße und zwischendurch muss man nur bei dem Abzweig zu den Blowholes kurz vom Gas.
Carnavon ist die Obst- und Gemüsehauptstadt Westaustraliens, 15 Prozent des Gemüse und 80 Prozent der Bananen stammen von hier. Der Gascoyne River liefert das dazu notwendige Wasser. Zwar führt der Fluß nur an 120 Tagen Wasser, aber das Grundwasser reicht.
Ansonsten gibt es in Carnavon nicht viel zu sehen: Die NASA-Kontrollstation ist schon lange außer Betrieb und der einstmals berühmte "1 Mile Jetty" wegen Baufälligkeit geschlossen. Immerhin, es gibt einen Woolworths und der Dieselpreis ist wieder normal. In Broome, Port Hedland und Exmouth kostete der Liter Diesel über 1,70 AUD, hier nun 1,52 AUD.

km 150 (A 23.603, G 68.983) , S 24.4888°, O 113.4130°



05.05.2019: Point Quobba Blowholes Campground, West Australia, Australien
Wir blieben heute noch an den Blowholes, weil mir morgen noch an der Post in Carnavon noch ein Ersatzteil abholen müssen. Samstag und Sonntag hat die Post hier auch zu.
Wir nutzten die Zeit, um unsere Heimreise zu planen. Wir konnten das machen, weil hier überraschender Weise ein Mobilfunkmast steht, der einigermaßen gutes Internet bot.




06.05.2019: Eagle Bluff Campground, Shark Bay, West Australia, Australien
Außer zwei Roadhouses gab es auf der Strecke nach Süden nichts zu sehen. Öde Halbwüste im Hinterland der Küste.
Am Overlander Roadhouse bogen wir ab Richtung Shark Bay und der Perron Halbinsel. Am Eagle Bluff Campground, 20 km vor Denham, bezogen wir Quartier. Der Campground ist, obwohl überhaupt ohne Infrastruktur, kostenpflichtig und das Shark Bay Council berechnet 15 AUD. Die müsste man wohl in Denham am Visitor entrichten, wir konnten das aber telefonisch erledigen und die Kreditkartenummer übermitteln.
Eagle Bluff soll sagenhafte Sonnenuntergänge bieten, aber heute war eine kleine Wolkenschicht am Horizont, in der die Sonne versank.

km 372 (A 23.975, G 69.355) , S 26.0743°, O 113.5819°



07.05.2019: Overlander Roadhouse Campground, West Australia, Australien
Die Shark Bay heißt so, weil hier überdurchschnittlich viele Haie vorkommen. Das deshalb, weil es in der Bay viel Seegras gibt. Das bietet beste Voraussetzungen für Dugongs (Seekühe) und die locken dann die Haie an.
Am Morgen sind wir erst zum Eagle Bluff Lookout gefahren, der eine Aussicht auf die Flachwassergebiete am Eagle Bluff bietet. Wenn man Glück hat, kann man dort Seekühe, Rochen, Schildkröten und eben Haie im flachen Wasser sehen. Wir hatten kein Glück.
Wir sind nach Denkham gefahren, wo der Wind pfiff. Der gleiche Wind hatte schon letzte Nacht unser LKWle kräftig ins schaukeln gebracht. Im Visitor Center kann man einen 3D Film über die HMAS Sydney sehen, die 1941 vom deutschen Hilfskreuzer Kormoran versenkt wurde. Auch die Kormoran sank im weiteren Verlauf des Gefechts . Aber während von der Kormoran 317 Seeleute gerettet werden konnten, gab es bei der Sydney keine Überlebenden. Über 600 Mann ertranken. Für die Australier war das spurlose Verschwinden der Sydney ein Trauma, das bis 2008 anhielt. Erst dann wurden die Wracks der Kormoran und der Sydney so 240 km vor Shark Bay in 2.500 m Tiefe geortet. Ganz klar ist nicht, warum die wesentlich kampfstärkere Sydney nicht obsiegte.
Die Touristenattraktion Monkey Mia haben wir nicht besucht. Dort werden täglich im flachen Wasser Delphine gefüttert und man kann das hautnah miterleben. Wir sehen die Tiere lieber in freier Wildbahn (oder auch nicht, siehe oben). Aber den Shell Beach haben wir besucht , wo im Laufe von Jahrtausenden meterdicke Schichten aus Muschelschalen entstanden sind. Früher wurden hier die durch natürliche Vorgänge verfestigten Schalen als Bausteine gewonnen.
Gleich am Südende des Beaches verläuft quer über die Peron Halbinsel ein 4 km langer Elektrozaun, der nicht native Tiere wie Füchse, Ziegen und Wildkatzen abhalten soll. Nördlich diese Zaunes wurden diese eleminiert und man will so die ursprüngliche Tierwelt wieder herstellen. Viele kleinere Beuteltiere wurden nämlich von diesen importierten Arten bedroht.
Am Hamelin Pool haben wir uns noch eines der wenigen lebenden Vorkommen auf der Erde von Stromatoliten angesehen. Stromatolithen bzw. die Cyanobakterien, die diese entstehen lassen, waren frühe Besiedler der Erde. Früh meint hier vor 2 Milliarden Jahren. Die Bakterien haben höchstwahrscheinich erheblich zu der Sauerstoffathmosphäre der Erde beigetragen. Denn sie verstoffwechseln Kohlenstoffdioxid und setzen Sauerstoff frei. Kalk wird ausgeschieden und bildet die "Steine". In den ersten Jahrmillionen der Erde hatten die Bakterien keine Freßfeinde und so verbreiteten sie sich weltweit. Heute werden die meisten Vorkommen von Cyanobakterien von Schnecken und ähnlichem Getier von den Steinen abgeweidet und es entstehen keine neuen Stromatolithen. Außer wie zum Beispiel hier am Hamelin Pool. Das Wasser in der Bucht hat einen doppelt so hohen Salzgehalt wie im offenen Meer und das verträgt keine Schnecke.
An der Einmündung des World Heritage Drive in den North West Coastal Highway, am Overlander Roadhouse, haben wir übernachtet.

km 250 (A 24.225, G 69.605) , S 26.4110°, O 114.4609°



08.05.2019: Galena Bridge Campground, West Australia, Australien
Da die wichtigste Frau an Bord heute Geburtstag hatte, haben wir kein so strenges Programm gehabt. An dem schönen 24-Stunden Übernachtungsstop Galena Bridge am Murchison River haben wir es heute gut sein lassen um das gehörig zu feiern.






km 159 (A 24.384, G 69.764) , S 27.8276°, O 114.6902°



09.05.2019: Anchorage Caravan Park Kalbarri, West Australia, Australien
Der Kalbarri National Park ist sicher einer der häufigsten besuchten Nationalparke in Westaustralien. Er ist verkehrsmäßig optimal zu erreichen und in allen Prospekten ist das "Natural Window", das Felstor, abgebildet.
Wir fuhren zuerst zu den Lookouts "Ross Graham" und "Hawk Head", die einen ersten Blick in die Schlucht des Murchison Rivers gestatteten. Dann gings weiter zum "Natural Window", wo schon der Parkplatz mit seinen vielen Fahrzeugen die Attraktivität des Ortes zeigte.
Einen km gehts zum "Window" und dort müssen wahrscheinlich irgendwann Platzkarten zum fotografieren ausgegeben werden. Wir machten auch ein kurzes Foto bevor wir weitergingen zum "The Loop", ein Trail, der entlang des Murchison Rivers führt. Dieser macht dort eine Schleife und man kommt dann zurück zu "Window". 8 km ist der Rundweg lang und wir brauchten so 3,5 Stunden. Den Loop machten die wenigsten Besucher und wir waren fast allein unterwegs, sieht man von den Fliegen ab, die uns ständig begleiteten. Huuii macht es, wenn man mit dem Arm um den Kopf fuchtelt und 100 Fliegen gleichzeitig den Rückwärtsgang einlegen. Ohne Kopfnetz wäre es sehr sehr unangenehm.


km 136 (A 24.520, G 69.900) , S 27.6994°, O 114.1704°



10.05.2019: Geraldton , West Australia, Australien
Von Kalbarri sind wir nicht wieder zurück auf den North West Coastal Highway gefahren, sondern haben die Küstenstraße bis Northampton benutzt. Da kommt man nämlich an der Pink Hutt Lagoon vorbei, einem Salzsee, der Algen hat, die einen pinkfarbenen Farbstoff erzeugen (Beta-Carotin) . Der Farbstoff wird sogar von der BASF aus dem See gewonnen und als Lebensmittelfarbe verwendet.
Northampton ist eine der ältesten Siedlungen in Westaustralien. Bleiminen waren der Grund für die Ansiedlung. Ausgerechnt aber die kath. Kirche im gotoschen Stil stammt aus realtiv jüngerer Zeit: 1936.
In Northampton sind wir dann auch wieder vom Highway abgewichen und durch das Chapman Valley nach Geraldton gefahren. Das Valley hielt weniger als der Reiseführer versprach, nämlich Lavendelfelder und Olivenhaine in lieblicher Landschaft. Wir haben nur in der Ferne ein paar Olivenbäume gesehen. Aber es war laut Google Maps nur eine 12 Minuten längere Fahrtzeit.
Geraldton wiederum überraschte uns mit einer sehr schönen Strandpromenade, sauberen Straßen und netten Geschäften. Die vielen Leerstände in der Hauptgeschäftstraße Marine Terrace waren aber nicht zu übersehen. Der 24-Stunden Wohnmobilstellplatz der Stadt liegt direkt an der Strandpromenade und dem Geschäftsviertel. Der Industriehafen, hier wird auch Eisenerz verladen, bringt wohl Geld in die Gemeindekasse.


km 165 (A 24.685, G 70.065) , S 28.7760°, O 114.6028°



11.05.2019: Geraldton , West Australia, Australien
Samstagmorgen in Geraldton: Wir haben einen Stadtbummel gemacht wie früher zuhause. Ein bisschen Shopping und Stadtbesichtigung zusammen. Das HMAS Sydney Memorial, vgl. 7.5., ist voller Symbolik gestaltet. Bei der Einweihung 2001 war das Wrack der Sydney noch nicht gefunden worden, aber die "Waiting Women" schaut schon in die richtige Richtung, wo das Wrack liegt.
Das Wetter in Geraldton, als windig verschrien, zeigte sich uns sehr angenehm. 26 Grad und sehr mäßiger Wind. Nach dem Bummel haben wir unser Fahrzeug umgestellt. Der Parkplatz am Rand der City ist ja nur für 24 Stunden erlaubt. Aber Geraldton hat noch einen 24-Stunden Parkplatz, draußen am Leuchtturm, den wir ansteuerten.


km 3 (A 24.688, G 70.068) , S 28.7822°, O 114.5789°



12.05.2019: Geraldton , West Australia, Australien
Wir sind noch in Geraldton geblieben und haben wieder zurückgewechselt an den citynahen Parkplatz. Heute am Muttertag war viel los an der Strandpromenade. Überall wurde gebrutzelt. Fast jeder Stadtpark, oder wie hier die Strandpromenade, in Australien hat ja öffentliche Grillstellen. Aber nicht so wie bei uns, wo man seine Holzkohle mitbringen muss, sondern Gasgrills mit Edelstahl-Grillfächen stehen zur Verfügung. Erstaunlicherweise werden diese nicht versaut hinterlassen, sondern sind meist in einem sehr sauberen Zustand. Wir sind die ganze Strandpromenade abgelaufen und es war eine Freude bei diesem Wetter.
Geraldton wird ja von vielen südlicher wohnenden westaustralischen Ruheständlern zum Überwintern aufgesucht, was wir bei diesem Klima verstehen. Es wird zwar im Winter, wir haben jetzt Spätherbst, noch ein bisschen kühler, aber auch 20 Grad und steter Sonnenschein sind ok.


13.05.2019: 7-Mile Beach bei Dongara, West Australia, Australien
Zwei Dinge gab es heute, die wir schon lange nicht mehr hatten: in Geraldton gab es einen ALDI und wir fanden für unser LKWle einen Car Wash, unter den es gepasst hat. Zuletz hatten wir das in Alice Springs am 1. April.
Seither sind wir durch sehr staubige Gegenden gekommen und unser LKWle sah wüst aus. Aber alle Waschstationen waren zu niedrig.
Die Küste südlich von Geraldton hat viele kostenlose Campgrounds am Meer und auf einen, den 7-Mile Beach, sind wir gefahren. Man darf hier sogar 72 Stunden stehen.


km 70 (A 24.758, G 70.138) , S 29.1693°, O 114.8854°



14.05.2019: 7-Mile Beach bei Dongara, West Australia, Australien
Wir haben es nicht eilig Richtung Süden.
Heute haben wir unsere Heimreise vollständig gebucht. Unser LKWle wird am 18.06. eingeschifft, wir aber werden schon einige Zeit vorher abfliegen.
Deshalb, weil wir ja noch genügend Zeit haben, sind wir noch bei strahlendem Wetter am 7-Mile Beach geblieben. Der Platz ist ruhig und sauber, nicht zuletzt, weil täglich ein Ranger vorbeikommt und nach dem Rechten schaut.


15.05.2019: Cliff Head Campground, West Australia, Australien
Die historische Substanz von Dongara, welches heute unser erster Stop war, ist ganz nett, aber nach kurzer Zeit hat man die wichtigsten Gebäude gesehen. Das Mündungsgebiet des Irving Rivers war auch ganz nett aber nach der Mittagspause in Port Denison fuhren wir zum Cliff Head Campground, der 40 km südlich von Dongara liegt. Wunderbar am heute ruhigen Indischen Ozean genossen wir die warmen Sonnentrahlen, die fast nicht merkbare Brise und die Absenz der Fliegen.
Cliff Head ist wahrscheinlich der letzte schöne kostenlose Campground vor Perth.


km 51 (A 24.809, G 70.189) , S 29.5179°, O 114.9956°



16.05.2019: Moore River Bridge Rest Area, West Australia, Australien
Leider hatte die Wettervorsage für heute recht: Gegen Mittag kam Regen auf.
Viel gibt es nicht zu sehen auf der Indian Ocean Road, aber die "Pinnacles" im Nambung National Park sind ein Muss. Die verwitterten Kalksteinsäulen in einer Wüstenlandschaft waren trotz trübem Regenwetter schon interessant. Praktisch war es, dass man den Rundweg im Fahrzeug zurücklegen konnte, weil es, wie gesagt, regnete. Die Dame am Nationalparkeingang hatte uns zwar gewarnt, dass wir vielleicht zu breit für den Track wären, aber wir haben es gewagt und es ging gut, wenn auch manchmal gerade so.
Als wir am späten Nachmittag auf die Rest Area fuhren, schien schon wieder die Sonne. Die Rest Area liegt direkt an der Straße und war nicht schön, aber für eine Nacht geht das schon.


km 234 (A 25.043, G 70.423) , S 31.3037°, O 115.5552°



17.05.2019: Martup Pool Rest Area, West Australia, Australien
Der Yanchep National Park war nicht weit heute morgen. Er liegt so 40 km von Perth entfernt und ist erste Anlaufstation für alle Touristen Richtung Norden. Auch wir wollten die Koalas nochmal sehen, wegen denen der Park berühmt ist.
Am Parkplatz empfing uns ein Vogelgezwitscher wie schon lange nicht mehr gehört. Es klang so: (kakadus.mp3)
Schwärme von Kakadus flogen zwischen den Bäumen und auch ein paar Ringsittiche. Die Koalas aber waren in so einer Art Gehege gefangen und mussten mit Eukalyptuszweigen zusätzlich gefüttert werden. Das war eher entäuschend für uns. Da hatten wir in freier Wildbahn schon besser Koalas beobachtet.
Perth durchquerten wir dann peripher. Wir werden es noch genügend vor unserer Abreise aus Australien nächsten Monat zu sehen bekommen.
Nach Perth Richtung Albany wurde es bergig und auf dem Highway waren keine Camper mehr unterwegs. Die meisten Touristen und auch die Australier fahren ja von Perth Richtung Norden, Richtung Tropen, ins Warme. Wir aber haben unsere kurzen Hosen und Sandalen weggepackt, weil es, gestern kündigte es sich schon an, ziemlich kühl wurde. Letzte Nacht war es weit unter 10 Grad.
An einer Rest Area am Albany Highway, so 190 km vor Albany, haben wir heute für die Nacht geparkt.


km 300 (A 25.343, G 70.723) , S 33.5463°, O 117.0849°



18.05.2019: Albany, Golf Club, West Australia, Australien
Albany liegt an der Südküste und hat 30.000 Einwohner. Es ist die älteste Stadt Westaustraliens, begünstigt durch einen Naturhafen. Dieser Naturhafen, die Shoal Bay, sorgte auch für eine erste Blütezeit der Stadt, als nämlich die Kohlendampfer von und zur Ostküste in Albany noch Kohlen bunkern mussten. Auch der Walfang war bis 1978 eine namhafte Industrie.
Heute ist des der Tourismus, der boomt. The "Amazing South" wird hier zelebriert.
Wettermäßig war es heute keine große Erbauung hier herumzuschlendern, aber wir haben uns gut gegen die Kälte (so 14 Grad) gerüstet und üben schon für Deutschland.
Heute war australische Parlamentswahl und ein übereifriger Wahlunterstützer wollte uns auch in das Wahllokal in der Town Hall locken.
Am Golfclub fanden wir für 15 AUD ein Plätzchen für die Nacht.


km 191 (A 25.534, G 70.914) , S 35.0801°, O 117.8753°



19.05.2019: Cosy Corner Campground, West Australia, Australien
In der Umgebung von Albany gibt es jede Menge zu sehen. Wir haben uns heute im Torndirrup National Park umgesehen. Dort gibt es das mit einer waghalsigen Plattform versehene "Gap", der Einschnitt in der steilen Granitfelsküste, in den der südliche Ozean donnert.
Gleich daneben liegt die "Natural Bridge" unter der ebenfalls das Meer tobt. Am Aussichtspunkt zur natürlichen Brücke befindet sich eine Tafel, die von einer glücklichen Rettung berichtet: 1978 war ein junger Australier zum Fuß der Brücke hinuntergeklettert. Eine Monsterwelle erfasste ihn und zog ihn ins Meer hinaus. Freunde alarmierten die Küstenwache und in der inzwischen einsetzenden Dunkelheit konnte der Mann nach zwei Stunden gerettet werden. Überall an der Küste wird ja vor Monsterwellen gewarnt.
Die Shoal Bay, der Naturhafen von Albany, wird von der Vancouver Halbinsel vom offenen Meer getrennt. Nur eine schmale Wasserrinne, der King George Sound, führt hinaus aufs Meer.
Auf diese Halbinsel führt ein Wanderweg hinaus, den wir heute gingen. Traumhaftes Wetter begleitete uns heute. Der 5 km lange Rundweg führt hinaus auf die Halbinsel bis zum King George Sound, Dort befindet sich Point Possession, der die Stelle markiert, wo 1791 Captain Vancouver (ja der, nach dem die Stadt Vancouver in Kanada benannt ist) ganz Westaustralien für die britische Krone in Besitz nahm. Die Eingeborenen wurden natürlich nicht gefragt.
Am Trailhead des Point Possession Heritage Trail, wie unser Wanderweg heute hieß, picknickten wir mit grandioser Aussicht bevor wir zum Campground fuhren, der den einladenden Namen Cosy Corner (gemütliche Ecke) hat.


km 59 (A 25.593, G 70.973) , S 35.0590°, O 117.6460°



20.05.2019: Cosy Corner Campground, West Australia, Australien
Geographisch gesehen befinden wir uns auf 35 Grad südlicher Breite. Auf der Nordhalbkugel entspricht das zum Beispiel Gibraltar. Jahreszeitlich ist der Mai auf der Südhalbkugel wie der November auf der anderen Erdhälfte. Dementsprechend ist auch das Wetter. War es gestern noch angenehm, so regnete es heute immer wieder. Auf dem Foto kann man, wenn man genau hinschaut, einen Regenbogen erkennen. Man sieht auch den schönen Strand, aber heute bei 18 Grad nicht so einladend zum Baden.
Insofern machte heute das Cosy Corner seinem Namen keine Ehre, aber wir können es ja in un serem LKWle gemütlich haben.


21.05.2019: Ayr Sailean Farm, West Australia, Australien
Thomas Wilson, der Erforscher der ´Gegend (1829), taufte den Fluß, der hier mündet, Denmark River. Das war der Name seines Schiffsarztes. Der Name des Städtchens Denmak hat also mit Dänemark nichts zu tun. Wir nutzten heute Denmak zum Wäschewaschen und Frischwasser auffüllen.
Nicht weit danach führt eine Stichstraße in den William Bay National Park zu den dortigen Felsformationen an der Küste, die den Namen "Elephant Rocks" tragen. Tatsächlich kann man mit etwas Phantasie in den eng aneinander liegenden Granitbuckeln ein Elefantenherde erkennen.
Schade dass bei dem heutigen bedecktem Wetter, jedenfalls als wir dort waren, der danebenliegende "Green Pool" nicht so türkis strahlte, wie mit Sonnenschein. Der Green Pool ist im Sommer ein beliebter Badestrand.
Die Landschaft an der Südküste ist ja dank vorhandenem Wasser reichlich grün und erinnert uns fast an das Allgäu. Rinder- und Schafherden grasen und deshalb kam uns gerade recht, dass der optimale Übernachtungsplatz für heute auf einer Schaffarm war: Ayr Sailean Farm.

km 77 (A 25.670, G 71.050) , S 34.9525°, O 117.0190°



22.05.2019: 35 km südl. Nannup, West Australia, Australien
Der Südwesten von Westaustralien ist die Heimat der Tingle Bäume. Das sind riesige Bäume bis zu 70 m und die Australier nennen diese Eukalyptusart "Giant Trees".
Es wird ziemlich viel Aufhebens gemacht und auch wir fuhren heute morgen zum "Valley of the Giants". Es gibt dort einen netten Boardwalk zwischen den Baumgiganten durch, den "Ancient Empire Walk". Den Tree Top Walk zu 21 AUD pro Person hielten wir für überteuert für 5 min. auf einem Aluminiumblech-Pfad durch die Baumwipfel zu gehen.
Unser nächstes Ziel, Windy Harbour, war windig und wir hatten uns mehr versprochen als ein paar Strandhäuser an einem verlassenen Strand.
Dafür war der "Gloucester Tree" in Pemberton ganz interessant: Waldbrände kann man heute besser orten und bekämpfen als früher. Aber die Ranger damals waren auch nicht ungeschickt und wählten hohe Tingle Trees aus, um dort Feuer-Ausgucke zu installieren. Die Aufstiegsleiter waren in den Stamm hineingesteckte Eisenstangen, die spiralartig angeordnet waren. Es gibt heute noch ein paar dieser Ausgucke und, man glaubt es kaum bei den sicherheitsfanatischen Australiern, man kann sie besteigen. Man muss sie aber nicht besteigen und so begnügten wir uns mit so 15 m Höhe. Der "Gloucester Tree" Ausguck liegt in 53 m Höhe.

km 255 (A 25.925, G 71.305) , S 34.3071°, O 115.7686°



23.05.2019: Margaret River, West Australia, Australien
Cape Leeuwin ist der südwestlichste Punkt Australiens. Hier trifft der Südliche Ozean auf den Indischen Ozean und das Kap war stets die erste Landmarke, die die Schiffe von Europa her kommend, von Australien sahen.
Trotzdem wurde der Leuchtturm erst spät gebaut (1895), weil die östlichen Hafenstädte, insbesondere Sydney und Melbourne, anfänglich keinen Finanzierungsbeitrag leisten wollten. Heute ist der Leuchtturm eine Touristenattraktion, wenngleich er noch in Betrieb ist.
Von der Hamelin Bay hatten wir mehr erwartet, aber das Meer war heute zu aufgewühlt als dass man einen der dort im seichten Wasser patroullierenden Stachelrochen hätte sehen können.
Wir sind dann gleich zum Höhepunkt der "Coast to Coast" Küste gefahren, wie der Küstenabschnitt zwischen Cape Leeuwin und dem Cape Naturaliste heißt. Letzteres hat nichts mit Freikörperkultur zu tun, sondern eines der Schiffe des französichen Entdeckers Baudin hieß so. Margaret River ist der gemeinte Höhepunkt und die wichtigste Weinregion Westaustraliens. Von allen australischen Weinen werden hier zwar nur 3 Prozent erzeugt, aber über 20 Prozent der Premiumweine. Insbesondere Shiraz und Cabernet Sauvignon als Rotweine und Semillion und Chardonnay als Weißweinsorten.
Um im Ort zentral zu stehen mussten wir auf einen Campingplatz, dem Tourist Park, vorlieb nehmen.

km 161 (A 26.086, G 71.466) , S 33.9587°, O 115.0677°



24.05.2019: Margaret River, West Australia, Australien
Wir blieben heute in Margaret River, denn das Wetter heute morgen mit Nieselregen sah gar nicht nach irgendwelchen Besichtigungen aus. Aber zum Wäsche waschen und anderen kleineren Arbeiten war es ok.
Hier im herbstlichen Südwesten ist ja kein kühler Chardonnay mehr angesagt, sondern ein schöner, hiesiger Rotwein wäre angebrachter. Als wir heute im Bottle-Shop das Regal mit den lokalen Weinen sahen, war klar: Premium Weine haben Premium Preise. Wir haben uns trotzdem mal eine Flasche Cabernet Sauvignon vom Margaret River gegönnt (vom unteren Regal), wenn wir schon mal hier sind. Es gibt über 100 Weingüter hier und die Auswahl fiel schwer.


25.05.2019: Island Brook Winery, Margaret River, West Australia, Australien
In Albany hatten wir es letzten Samstag nicht zum Farmers Market geschafft, weil der um 12 Uhr schloß. Aber heute konnte wir den in Margaret River besuchen, der gut besucht war.
"Voyager Estate is probably the most beautiful winery you will ever see in your life ....." haben wir auf der Internetseite www.yogawinetravel.com gelesen, wo unter anderem die besten Weingüter der Margaret River Region beschrieben werden. Diesen Superlativ wollten wir natürlich sehen und tatsächlich war es eine schöne Anlage, umgeben von Gärten und Weinbergen. Auch Innen war alles vom Feinsten, aber entweder ist der Autor dieser Zeilen noch nicht weit herumgekommen oder erwartet von den Besuchern selbiges. Dass es eines der schönsten Weingüter Westaustraliens ist, würden wir aber jederzeit unterschreiben.
Vasse Felix war das nächste Weingut, das wir besuchten. Es ist die älteste Kellerei und wurde 1967 gegründet. Der Gründer, Dr. Tom Cullity, war Herzchirurg in Perth und hatte wohl ein Herz für Wein. Er erkannte das Potenzial der Region Margaret River (mediterranes Klima, gut drainierte Böden usw.) und ließ Weinreben anbauen.
Eine nette, aus Österreich stammende Mitarbeiterin, beriet uns bei der Verkostung. Auch dieses Weingut ist optisch hervorragend und jetzt im Herbst ebenfalls gut besucht.
Auf dem Weingut Island Brook darf man sogar übernachten (20 AUD) und wir fuhren zum Fuß der Weinberge dort für ein schönes, ruhiges Plätzchen.

km 55 (A 26.141, G 71.521) , S 33.7537°, O 115.1499°



26.05.2019: Capel, West Australia, Australien
Die "Canal Rocks" sind eine Granitformation an der Küste nahe Yallingup, bei denen das Meerwasser durch einen Kanal strömt, der durch eine Fußgängerbrücke überquerbar ist. Im Takt der Wellen fließt das Wasser hin und her.
Im Feriendorf Yallingup selber sieht man sofort die reiche Klientel, wohlhabende Leute aus Perth haben hier ihre Ferienvillen. Aber auch die Surfer zieht es in die Bucht wegen ihrer konstant hohen Wellen. Heute war aber auch ein wunderschöner Sonnentag, der sogar manche am Strand dort ins Wasser lockte. Das Wasser ist gar nicht so kalt wie es auf dieser Breite um diese Jahreszeit wäre, weil eine warme Strömung von Norden es erwärmt. Deshalb gibt es in Yallingup sogar ein Korallenriff mit Fischen, die ansonsten nur in den tropischen Gewässern zu finden sind.
Cape Naturaliste kann nicht mit seinem südlichen Bruder Cape Leeuwin mithalten. Die Landschaft ist nicht so interessant und der Leuchtturm erheblich kleiner. Aber wir wollten das Cape der Vollständigkeit halber auch sehen.
Das Städtchen Busselton ist auch sehr schmuck, man merkt halt den finanziell günstigen Einfluss des Tourismus in diesem Gebiet. Busselton hat den längsten Jetty der Südhalbkugel mit sage und schreibe 1.841 m Länge. Wir brauchten fast eine Stunde um ihn abzugehen. Der Jetty ist heute nur noch Touristenattraktion und es fährt sogar ein Zug für laufschwache Leute.
In Capel, 20 km nördlich von Busselton, gab es einen kostenlosen Campground der Gemeinde, den wir gerne annahmen.

km 112 (A 26.253, G 71.633) , S 33.5594°, O 115.5601°



27.05.2019: Bunbury, West Australia, Australien
Es war nicht weit bis Bunbury. Die Stadt bietet seit vorigen November einige kostenlose Übernachtungsplätze am Strand an. Man muss nur im Visitor Center ein Permit holen und man darf 48 Stunden stehen. Es gibt keine Infrastruktur, sieht man von Abfallbehältern ab, und deshalb dürfen nur "self-contained" Wohnmobile dies nutzen. "Self-contained" heißt in Australien: Toilette und Dusche müssen an Bord sein und alle Abwässer in Fahrzeugtanks gebunkert werden. Das ist eigentlich bei der Mehrzahl der australischen Campingfahrzeugen nicht der Fall.
Egal, wir standen wunderbar direkt am Strand und die City war fußläufig zu erreichen. Was will man mehr.
Bei dem Traumwetter gab es sogar noch einen schönen Sonnenuntergang obendrauf.

km 31 (A 26.284, G 71.664) , S 33.3294°, O 115.6290°



28.05.2019: Bunbury, West Australia, Australien
Wir nutzten heute die 48 Stunden aus, die wir hier in Bunbery mit Meeresblick bleiben durften. Kleiner Bummel durch das Städtchen, ein Bier in der Victoria Street in der angenehmen Herbstsonne und dann wieder der tolle Sonnenuntergang.


29.05.2019: Preston Beach, West Australia, Australien
Der Ranger in Bunbury kontrolliert täglich die Camper, so mussten wir heute nach zwei Tagen weiterfahren. Aber es gibt hier einige schöne kostenlose Campgrounds und wir fuhren zum Preston Beach. Das hervorragende Wetter erlaubte uns, die langen Hosen wieder im Schrank zu verstauen und auf Sommerkleidung umzustellen. Ein bisschen mehr abgehärtete Leute wie wir, die Außentemperatur beträgt immerhin 23 Grad, könnten auch noch am wunderschönen Strand am Preston Beach baden.
Man darf hier 24 Stunden stehen.

km 80 (A 26.364, G 71.744) , S 32.8822°, O 115.6502°



30.05.2019: Preston Beach, West Australia, Australien
Nun, heute wollten wir es darauf ankommen lassen, was passiert, wenn wir länger als 24 Stunden stehen. Prompt kam am Nachmittag ein älterer Herr, der ein T-Shirt mit der Aufschrift "Beach Patrol" anhatte. Er wies uns auf die 24 Stunden Regelung hin und sagte aber im gleichen Atemzug, dass das aber nicht so heiß gegessen wird und wenn wir 2 oder 3 Tage stehen würden, wäre das noch ok.
Das ist der Vorteil, wenn man außerhalb der Saison unterwegs ist.


31.05.2019: Pinjarra, West Australia, Australien
Heute näherten wir uns unserem Endziel in Australien Perth/Freemantle wieder ein Stückchen.
Neben dem Swan-River Gebiet (Perth) war Pinjarra am (westaustralischen) Murray River eine der erstbesiedelsten Regionen Westaustraliens. Unrühmlich ist die Stadtgründung mit dem Pinjarra Massaker am 24. Juli 1834 verbunden, bei dem einige Siedler und 15 - 30 Aborigines starben. Danach war der Widerstand der Ureinwohner hier gebrochen.
Pinjarra ist heute ein schmuckes Städtchen und wir durften hier am Bahnhof 24 Stunden stehen. Beim lokalen Reifenhändler konnten wir unseren 2. Reservereifen entsorgen. Er hat nicht mal seine übliche Entsorgungsgebühr verlangt. Der Reifen auf dem Dach war gebraucht und hätte nur unsere Fahrzeug-Verschiffung nach Europa verteuert, die ja nach Länge x Breite x Höhe tarifiert wird.

km 47 (A 26.411, G 71.791) , S 32.6293°, O 115.8793°











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